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Smart Services machen Digitalisierung zur Pflicht

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SMART SERVICES
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In diesem Beitrag sind autonome Fahrzeuge nur ein Ausgangspunkt einer weitergehenden Botschaft. Die Digitalisierung sorgt nicht nur für eine höhere Effizienz durch Automatisierung. Das Entscheidende sind neue Services. Wer diese Option jetzt verpasst, wird im zukünftigen Wettbewerb mit seinen alten Marktangeboten wahrscheinlich nicht bestehen können.

Autonome Fahrzeuge als Weckruf?
Laut Statistischem Bundesamt sollen im Jahr 2035 weltweit rund 48 Millionen autonome Fahrzeuge produziert werden. So weit - so gut. Aber was bedeutet das - was lässt sich daraus weitergehend ableiten? Wenn Sie nicht Teil der Logistik- oder anderer betroffener Branchen sind, dann scheint es so, als könnten Sie diesen Wandel ignorieren. Das gilt nicht, wenn Sie das größere Bild betrachten.

Im Grunde ist diese Prognose zu den autonomen Fahrzeugen in seiner Beispielhaftigkeit nichts anderes als ein Weckruf zur Digitalisierung. Sie unterstreicht die dringende Notwendigkeit, dass Unternehmen - egal ob sie wollen oder nicht - ihre Geschäftsmodelle anpassen, digitalisieren müssen.

Aufbruch, auch im Mittelstand
Wie aber kann das funktionieren? Als Orientierungshilfe können hier Unternehmen dienen, die bereits vor Jahren begonnen haben, ihre Prozesse gemäß den modernen Technologien zu gestalten -beispielsweise der Elektrogroßhandel Fegime. Allzu oft wird Digitalisierung bei Konzernen verortet, aber es gibt durchaus sehr zukunftsorientierte Unternehmen des Mittelstands, wie z.B. Fegime.

Über ein B2B Netzwerk verbindet das Unternehmen etwa 2.250 Teilnehmer im Elektrohandel miteinander, so dass ohne Medienbrüche Bestellung, Lieferung und Rechnungsstellung erfolgen können. Bis zu 100.000 verschiedene Prozessverbindungen entstehen auf diese Art und Weise und sorgen für einreibungsloses Miteinander von virtueller und realer Welt.

Smart Service als Fokus
Das Wichtigste ist dabei die Vernetzung der einzelnen Bereiche - der verschiedenen Ecosysteme. Helfen können hier sogenannte Smart Services. Sie bilden die Grundlage für neue, digitale Geschäftsmodelle und sind eine Art Verschmelzung physikalischer Produkte, die mit Dienstleistungen digital veredelt werden. Das Besondere: Sie stellen nicht mehr das Produkt in den Vordergrund, sondern sind nutzerzentriert, wie beispielsweise Uber. Das Produkt, in diesem Fall das Auto, verschmilzt mit einer Dienstleitung und einer digitalen Cloud Lösung zu einem Mobilitätsangebot.

Einen Schritt voraus
Digitalisierung kann aber noch mehr. Sie kann mittels Monitoring und Analytics dafür sorgen, dass Fehler innerhalb von Prozess- oder Produktionsketten im Vorfeld erkannt und deshalb präventiv behoben werden können, etwa indem Sensoren frühzeitig erkennen, wenn z.B. eine Anomalie eingetreten ist.

Darüber hinaus ermöglichen neue Techniken in der Produktion neue Geschäftsmodelle - das sogenannte „Manufacturing as a Service", d.h. es werden nicht mehr Maschinen verkauft, sondern diese werden als Produktionsfaktor zur Verfügung gestellt, quasi vermietet.

Die Beispiele zeigen das enorme und vielfältige Potenzial der Digitalisierung, insbesondere in Richtung der Smart Services. Umgekehrt kann man auch formulieren: Keine wettbewerbsfähigen Smart Services ohne wettbewerbsfähige Digitalisierung. Grundlage werden auch zukünftig immer neue innovative Schlüsseltechnologien sein, die bisweilen sogar klassische Produkte vollständig ersetzen werden.

Geben Sie den Takt in Richtung Smart Services vor
Wenn Sie diesen Ausführungen zustimmen, dann sollte auch deutlich sein, dass es wichtig ist, schnell und dennoch nicht unüberlegt auf den Zug der Digitalisierung aufzuspringen, nicht als Selbstzweck, sondern als Plattform für bessere Services für Ihre Kunden.

Lassen Sie sich aber auch nicht in den Aktionismus treiben. Wie sagte doch der frühere BITKOM-Chef: "Wenn Sie Scheiß-Prozesse digitalisieren, dann haben Sie digitale Scheiß-Prozesse". Nur wer konsequent seine eigenen Digitalisierungskonzepte auf Basis seiner gewünschten neuen Markt-, Kunden- und Produkt-/Service-Logik entwirft, umsetzt und modifiziert und sich über die verschiedenen Reifegrade hinweg weiterentwickelt, hat die Chance, einen eigenen Rhythmus zu entwickeln und sich zukunftssicher aufzustellen. Wer das nicht tut, läuft Gefahr mit den Veränderungen nicht Schritt halten zu können.

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