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Das perfekte WordPress-Back-up

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FĂĽr jeden Blogger oder Schreiberling eine Horrorvorstellung: Dem Hoster knallen die Server durch oder das Blog wurde gehackt und die ganze Arbeit ist im digitalen Nirwana verschwunden.

Selbst ein perfekt eingerichteter Server ist nicht hundertprozentig vor so einem Unglück geschützt, deswegen ist es unerlässlich, sich auch Gedanken zum Thema „Back-ups für WordPress" zu machen.

In diesem Artikel möchte ich einen kompakten, aber verständlichen Überblick über einige sinnvolle Methoden zur WordPress-Absicherung bieten.

Die einen möchten das Ganze aber lieber so einfach und simpel wie möglich handhaben und die anderen legen lieber selber Hand an. Ich unterteile den Artikel deswegen in „Automatische Back-up-Lösungen" und „manuelle Back-up-Lösungen".

Zunächst einmal eine Übersicht aller Daten und Ordner, die auf jeden Fall im Back-up enthalten sein müssen:

  • Die Datenbank (die Datenbank enthält alle Beiträge, Kategorien, Einstellungen usw.)
  • Die wp-config.php-Datei (die Konfigurationsdatei der Installation)
  • Der Ordner „wp-content" (dieser Ordner enthält alle Themes, Plug-ins und Uploads)
  • Die .htaccess-Datei (falls verfĂĽgbar; enthält z. B. die Einstellungen der Linkstruktur)

Automatische Back-up-Lösungen


Es gibt sicherlich eine Vielzahl von Anbietern die eine vollkommen automatische Back-up-Lösung anbieten.

Zwei von diesen Lösungen möchte ich in diesem Artikel kurz vorstellen.

VaultPress



VaultPress ist die Back-up-Lösung von Automattic, jenes Unternehmen, welches sich auch für WordPress verantwortlich zählt.

Wer auf eine schnelle und gute Sicherung seiner Website bzw. seines Blog ohne viel Schnickschnack steht, sollte sich diesen Dienst einmal anschauen.

Vaultpress bietet eine Lite-Version fĂĽr 5 Dollar im Monat, eine Basic-Version fĂĽr 15 Dollar im Monat und eine Premium-Version fĂĽr 40 Dollar im Monat an.

2013-10-21-vaultpress02.JPG



Je nachdem, wie eure Back-up-Präferenzen sind, könnt Ihr also zwischen einer Fülle an Funktionen wählen.

Nach einer kurzen Registrierung muss zunächst das VaultPress-Plug-in installiert werden, danach kann die relativ leichte Einrichtung der Webseite beginnen.

Zunächst legt VaultPress ein initial Back-up an, welches dann in der Lite-Version täglich inkrementell erweitert wird.

Die fertigen Back-ups können dann einfach und automatisch über das Dashboard eingespielt werden. Zu beachten ist in der Lite-Version allerdings die Tatsache, dass hier nur die Back-ups der letzten 30 Tage zur Verfügung stehen.

ManageWP



Mit ManageWP bekommt man eine All-in-One-Lösung, die direkt für das Verwalten von mehreren und insbesondere für große Seiten gedacht ist. Das spiegelt sich natürlich auch im Funktionsumfang wider.

ManageWP bietet einen kostenlosen sowie drei kostenpflichtige Zugänge an. (Standard für 22,50 Dollar im Monat, Professional für 67,50 Dollar im Monat und Business für 135 Dollar im Monat.)

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Nach der Registrierung kann das Premium-Paket fĂĽr 14 Tage kostenfrei getestet werden.

Beim Einrichten der Webseite wird von ManageWP erst einmal ein Speedtest der Webseite gemacht, nettes Feature, wenn auch etwas ĂĽberflĂĽssig.

Im Dashboard angekommen, wird einem dann sofort angezeigt, wie viele Plug-ins aktualisiert werden mĂĽssen, wie viele Beitragsrevisionen es gibt, und je nachdem, was sonst noch gerade ansteht und ein potenzielles Risiko fĂĽr die Performance der Webseite ist.

ManageWP versteht sich eher als eine komplette WordPress Verwaltung und nicht als eine reine Back-up-Lösung.

Back-ups können täglich, wöchentlich oder monatlich zu einer frei bestimmbaren Uhrzeit erstellt werden hier hat man die Wahl, entweder ein komplettes Back-up oder ein reines Datenbank-Back-up anzulegen.

Das fertige Back-up kann nach Fertigstellung entweder auf den ManageWP Servern lagern oder auf einen Amazon S3, Dropbox, Google Drive oder FTP-Account übertragen werden. Es besteht auch die Möglichkeit, sich die Back-ups via E-Mail zuschicken zu lassen.

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Wer also auf eine sehr professionelle und anspruchsvolle Verwaltung steht oder mehrere Seiten zu verwalten hat, sollte sich ManageWP anschauen.

Manuelle Back-up-Lösungen



Wer den ganzen automatischen Back-up-Lösungen nicht vertraut und lieber selbst Hand anlegt, sollte sich am besten das kostenfreie Plug-in „BackWPup" von Inpsyde anschauen.

Zwar lassen sich die Back-ups letztendlich auch hier automatisch erstellen, dennoch sollte man zumindest ein wenig Hintergrundwissen besitzen, um das Plug-in perfekt einstellen zu können, und aufgrund der Tatsache, dass man hier durchaus schon selbst Hand anlegen muss, sehe ich BackWPup eher als manuelle Back-up-Lösung.

Auch BackWPup bietet drei kostenpflichtige Versionen des Plug-ins an. Die Kosten belaufen sich hier auf 75 Dollar in der Standard-Version, 95 Dollar in der Business-Version sowie 190 Dollar in der Developer-Version.

Im Gegensatz zu den automatischen Lösungen muss hier eine Version bzw. Lizenz nur einmal erworben werden.

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Die Einrichtung der Back-ups gestaltet sich ähnlich leicht wie bei den automatischen Lösungen. Allerdings stehen hier auch einige Features zur Verfügung, die man bei den automatischen Lösungen teilweise doch sehr vermisst.

Der Archivname sowie das Dateiformat des Back-ups können frei gewählt werden. Es besteht sogar die Möglichkeit, nur bestimmte Dateien und Ordner zu sichern, oder eine Liste aller Plug-ins anzulegen.

Die Einrichtung von BackWPup habe ich vor einiger Zeit mal auf meinem Blog beschrieben. Wer also auf BackWPup setzen möchte, kann sich den Beitrag gerne einmal anschauen. Dort steht dann auch noch einmal eine detaillierte Auflistung der Funktionen.

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Back-up ĂĽber SSH



Wer über einen SSH-Zugang verfügt, kann seine Installation natürlich auch über diesen Weg sichern. Dazu wechselt man einfach mit dem Befehl „cd" in das Verzeichnis der Installation und erstellt ein einfaches Zip-Archiv.

Dies kann man mit folgendem Befehl realisieren: „zip -r wp-backup.zip Installationsverzeichnis"

Das komplette Installationsverzeichnis von WordPress befindet sich nun in diesem Zip-Archiv, welches man nun via SFTP einfach herunterladen oder mittels Zusatzsoftware auf einen Cloud-Service ĂĽbertragen kann.

Die Datenbank kann dann anschlieĂźend entweder ĂĽber phpMyAdmin oder auch ĂĽber die SSH Methode gesichert werden.

Dazu muss dann der folgende Befehl ausgefĂĽhrt werden: "mysqldump -u db_username -p wordpress_db_name > wp-backup.sql"

NatĂĽrlich kann man das Ganze letztendlich auch noch mit einem Cronjob oder spezieller Software wie beispielsweise rsync automatisieren, was den Rahmen hier jetzt aber etwas sprengen wĂĽrde.

Ganz egal, für welche Methode man sich am Ende entscheidet, wer regelmäßig ein Back-up seiner WordPress-Installation anlegt, ist im Schadensfall auf der sicheren Seite und die mühevolle Arbeit war nicht für die Katz!