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EmotionalitÀt - Was macht Sport-PR zur Sport-PR?

Veröffentlicht: Aktualisiert:
SOCCER INTERNET
ryccio via Getty Images
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Bei der Podiumsdiskussion zum Thema „Professionalisierung der PR im Fußball", an der ich kĂŒrzlich als Referent teilnehmen durfte, habe ich viele wertvolle Einblicke in die tĂ€gliche Pressearbeit von Sport-Kommunikatoren gewonnen. Ich stelle fest, dass der grĂ¶ĂŸte Unterschied im Gegensatz zur Unternehmenskommunikation fĂŒr mich vor allem in der EmotionalitĂ€t des Fußballs sowie in der Beziehung zum Verein liegt. Pressesprecher im Profi-Fußball etwa arbeiten an sieben Wochentagen im permanenten Krisen-Modus und stehen einer wesentlich grĂ¶ĂŸeren Clipping-Menge gegenĂŒber im Gegensatz zu Pressesprechern aus anderen Branchen.

In der Diskussion mit verschiedenen Vertretern aus der Sport-Branche, etwa Kommunikationsabteilungen von Vereinen, VerbĂ€nden, Dachorganisationen und Agenturen, konnten wir das Thema „PR im Fußball" von unterschiedlichen Seiten beleuchten und inhaltliche Strukturen erkennen und vergleichen.

Basierend auf meiner langjĂ€hrigen Erfahrung in der Medienbeobachtung & Analyse stellt fĂŒr mich die Sportkommunikation einerseits die Herausforderung einer großen Menge an Clippings dar, die im Sinne der Sponsorenanalyse wesentlich sind. Auf der anderen Seite geht es aber auch um die gezielte Auswahl der relevanten Clippings fĂŒr die Kommunikatoren. Die emotional aufgeladenen Clippings etwa werden intern in die WhatsApp-Gruppen gestellt, wie mir ein Podiumsteilnehmer berichtete.

Mit der Erweiterung auf Online-Medien lĂ€sst sich sehen, wie sehr das Volumen der Clippings und die Menge an Charts und Anaylsen tĂ€glich ansteigt - die RelevanzprĂŒfung erlangt dadurch noch grĂ¶ĂŸere Bedeutung. Die Herausforderung sehe ich vor allem aber in punkto Social Media, denn hier gilt es, trotz der schieren Menge an Clippings, am Ball zu bleiben.

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Im Bild: Wolfgang Gramann (Kommunikationschef ÖFB), Florian Laszlo (GeschĂ€ftsfĂŒhrer »OBSERVER«), Axel Zuschmann (GeschĂ€ftsfĂŒhrer Ecker & Partner), Peter KlinglmĂŒller (Leitung Kommunikation SK Rapid Wien) und Patrick Lenhart (Leitung Marketing/PR Österreichische Fußball Bundesliga)

Fußball-Fan Emotionen auf Social Media KanĂ€len
Man denke an die emotional aufgeladenen Fußball-Fans im Stadion und vor den Bildschirmen zu Hause oder mit Kollegen und Freunden im Stammlokal. Digitale Kommunikationsplattformen tragen wesentlich zur Verbreitung der Stimmung der Sport-Fans bei - allen voran Social Media KanĂ€le. Durch Social Media werden die Emotionen der Fans noch direkter an die Kommunikationsverantwortlichen herangetragen, denn beispielsweise die ĂŒber 200.000 Facebook-Freunde des SK Rapid Wien können sich sowohl sehr aktiv in Zustimmung und Freude zeigen, aber auch beim Gegenteil.

Anders als fĂŒr viele Unternehmen ist es im Fußball relativ einfach, kurzfristig zu einer Pressekonferenz einzuladen und zahlreiche Journalisten zu versammeln. Allerdings haben die Journalisten auch alle viele Fragen und Bitten um Stellungnahmen, wenn die Fans den Platz gestĂŒrmt haben oder wenn beispielsweise ein Spieler „auffĂ€llig" wurde.

Anders, als in den USA ist im Moment noch die Kabine ein "heiliger Ort" in der es zumindest beim SK Rapid keine Livecam:

Bei uns gibt es ganz klare Kommunikationsrichtlinien, die Kabine ist bis dato privat, heilig und ohne livecam - Peter KlinglmĂŒller (Leitung Kommunikation SK Rapid Wien

Hat der klassische Pressespiegel ausgedient?
In der tĂ€glichen Pressearbeit am Fußballfeld lĂ€sst sich erkennen, dass der klassische Pressespiegel in analoger Form an Bedeutung verliert. An seine Stelle treten fĂŒr professionelle Kommunikatoren etwa benutzerfreundliche Plattformen, welche ĂŒberall und jederzeit Zugriff sowie Metadaten und Weiterverarbeitung ermöglichen. Relevanten Mediendaten wie Auflage, Suchbegriff und Werbewert mĂŒssen direkt neben dem Clipping verfĂŒgbar sein um den Sportkommunikatoren schnellstmöglich mit Informationen versorgen.

Einheitliche Medienbeobachtung gilt daher als ein wesentliches Ziel um die ProfessionalitÀt im tÀglichen Sport-Betrieb zu steigern. So können folglich auch kleinere Vereine von den Strukturen profitieren.

Trend zum Medienhaus
Wir können erkennen, dass es einen derzeitigen Trend in der Sportkommunikation gibt. Jeder einzelne Verein, so etwa auch der ÖFB und die Österreichische Bundesliga, entwickeln sich durch die medialen Möglichkeiten zu eigenen MedienhĂ€usern.

Wir machen immer mehr Inhalte, Bilder, Videos selbst und schicken Sie ĂŒber unsere eigenen KanĂ€le. - Kommunikationschef des ÖFB Wolfgang Gramann

International werden viele Bilder von den eigenen TV-KanĂ€len der Vereine produziert, in Folge auf den eigenen KanĂ€len ausgespielt und dann ebenfalls den klassischen Medien zur VerfĂŒgung gestellt.

Außerdem ging aus unserem Wissensaustausch hervor wie wichtig es ist, jeden Kanal getrennt zu bespielen, nĂ€mlich mit Inhalten, die an die jeweilige Zielgruppe angepasst werden.

Jeder Kanal gehört getrennt bespielt Facebook Twitter aber auch klassisch Print in unserem Magazin. - Patrick Lenhart, Bundesliga

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