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Selbstverwirklichung schlägt Boni: Warum der Nachwuchs bei der Jobauswahl anders denkt...

15/04/2014 08:37 CEST | Aktualisiert 15/06/2014 11:12 CEST

Alles ist möglich, alles kann sich ändern. Genau das hat die Generation-Y bereits in die Wiege gelegt bekommen. Sie zählen zu den Ersten, die mit dem Internet aufgewachsen sind, haben zum Großteil hochqualifizierte Abschlüsse und wissen um ihr Potential.

Das Schulleben hat sich verändert. Jeder kann seine Meinung äußern und Kritik üben. Das Familienleben ist in den meisten Fällen nicht mehr von elterlicher Autorität geprägt, sondern von Harmonie und gemeinsamen Entscheidungen. Logisch, dass die Millennials ein Selbstbewusstsein entwickelt haben, das sich auch auf die Jobauswahl niederschlägt. Status und Prestige stehen bei der Berufswahl nicht mehr im Vordergrund. Ein Job soll Spaß machen, zur Selbstverwirklichung beitragen und genug Zeit und Raum für das Privatleben lassen.

Ausschließlich finanzielle Anreize können den Nachwuchs nicht mehr überzeugen. Heutzutage engagieren sich junge Erwachsene in Protestbewegungen, finden sich in Communities zusammen und suchen nach mehr. In Berufen zu Weltverbesserern, kämpfen sie für Asylanten, gegen nationalsozialistisches Denken und für mehr Offenheit. Der Job soll nicht nur Mittel zum Zweck sein, sondern Teil des eigenen Lebensstils werden.

Grenzen scheint die Jahrtausender-Generation nicht zu kennen. Diese Grenzenlosigkeit kann jedoch auch ihr limitierender Faktor sein, wenn man sich die Ratlosigkeit bei Jugendlichen in der beruflichen Orientierungsphase anschaut. Jedes vierte Ausbildungsverhältnis wird inzwischen vor Beendigung abgebrochen. Ähnlich sieht es bei universitären Bachelorstudiengängen aus. Hier liegt die Abbruchquote bei 35%. Um ihr Potential entfalten zu können, muss also gerade dem jüngeren Teil der Generation-Y bei der Berufsorientierung unter die Arme gegriffen werden. Da es demografisch gesehen nur wenige von ihnen gibt, muss eine solche Unterstützung deren veränderte Wünsche und Bedürfnisse berücksichtigen.

Längerfristig scheint diese Generation den Arbeitsmarkt zu revolutionieren und sie hat mit ihren guten Qualifikationen auch das Potential dazu. Was muss also passieren, damit die Gen-Y erreicht und ihre Fähigkeiten genutzt werden können? Wie heutzutage ein attraktiver Job aussieht, weiß Florian Dyballa von Schülerpilot.de:

„Die Generation-Y definiert sich nicht mehr allein über ihr Gehalt oder ihr berufliches Ansehen. Viel wichtiger sind ein angenehmes Arbeitsumfeld mit netten Kollegen und der Kontakt zu Menschen. Ein Job soll Spaß bringen, aber auch herausfordern. Mit 0815 Aufgaben ködert man kaum noch jemanden. Dass die Millennials einen Job suchen, der mit dem Privatleben gut verbunden werden kann, heißt aber nicht, dass sie nicht arbeiten wollen."

Es ist sogar eher das Gegenteil der Fall. Laut der aktuellen McDonalds Ausbildungsstudie wünschen sich fast 80% dieser jungen Aufsteiger einen Beruf, bei dem sie Aufgaben übernehmen können, die Verantwortungsbewusstsein erfordern. Anderen helfen zu können, ist ein weiteres wichtiges Attribut für einen Job, der begeistern kann.

„Wir haben es mit einer Generation zu tun, die global denkt und lebt. Wer in Deutschland groß geworden ist, hat in den meisten Fällen ein sicheres Leben geführt. Durch das Internet und die voranschreitende Globalisierung rücken jedoch auch die Weltgeschehnisse mehr und mehr in den Fokus junger Menschen und lösen ein Verantwortungsbewusstsein aus, das auch im Beruf umgesetzt werden will."

Dies erfolgt natürlich nicht nur in sozialen Berufen. Es geht viel mehr darum, einen Sinn in der eigenen Arbeit zu spüren. Zu wissen, warum man tut, was man tut. Diese Sinnhaftigkeit in der eigenen Beschäftigung zu sehen und sich damit selbst verwirklichen zu können, schlägt den klassischen Boni. Ein hohes Einkommen, wenig Stress und viel Urlaub werden als weitaus weniger wichtig angesehen.

Die folgende Generation, die Gen-Z, hat es noch schwerer. Ihre Möglichkeiten multiplizieren sich, anstatt übersichtlicher zu werden. Was muss also passieren, damit auch diese Generation ihr Potential entfalten kann?

„Wichtig ist, dass Schüler einen realistischen Überblick über ihre beruflichen Perspektiven erhalten. Leistungen müssen berücksichtigt, Stärken und Interessen zudem richtig gedeutet werden. Hierfür bedarf es der Unterstützung. Die nächsten Jahre sollten daher vermehrt dem Thema Berufsorientierung von Jugendlichen gewidmet werden, damit auch diese Generation mit ihren Qualifikationen glänzen kann."

von Lisa Peters

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