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Digitalisierung der Universitäten: Entgrenzung der Fachkommunikation

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DIGITAL UNIVERSITY
Hill Street Studios via Getty Images
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Universitäten können jenseits von räumlichen und zeitlichen Einschränkungen den Wissenstransfer unterstützen. Unterrichts- bzw. Vorlesungsräume können digital mit dem Internet verbunden und noch komminikativer werden. Ein Denkexperiment.

Die "Open University" existiert schon seit 1969 in England. Diese Universität bietet den Interessierten Fernstudien mit international anerkannten Abschlüssen an. Mit Blick auf die Hauptidee hier können die Universitäten noch mehr erweitert werden.

Die Universitäten können durch weitere digitale Entwicklungen zu offenen und digital noch mehr zur Verfügung stehenden Lernsystemen werden, die für alle Interessierten auch außerhalb der Universitätsräumlichkeiten unter anderem mit Apps o. ä. zugänglich sind. In diesem Sinne kann der Begriff Open University neue Konturen finden.

Die Open University bedeutet eine Entgrenzung und/oder Internationalisierung der Bildung und Universität mithilfe der Kamerasysteme und Online-Präsenz und noch mehr Live-Übertragung. Bis jetzt sind die Veranstaltungen der Universitäten weniger Live zugänglich für die Internetnutzer gewesen. Am Beispiel vom "Tübingener Internet Multi Media Server" (timms), dem Online-Angebot der Universität Tübingen, stellt sich derzeit heraus, dass Vorlesungen und verschiedene Veranstaltungen einer Universität multimedial der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen können.

Es handelt sich hier aber nicht um eine spätere Onlinestellung, sondern um mehr digitale Livepräsentation der Veranstaltungen im Internet über Kamerasysteme oder aber spezielle Fernsehsender.Wenn diese Möglichkeit an den Universitäten in Deutschland eingeführt wird, besteht langfristig die Wahrscheinlichkeit, die Studiengebühren einzuschränken, weil die Bürger durch kleine Beitragszahlungen die akademischen Veranstaltungen benutzen und indirekt daran teilnehmen können. Dazu können in den Vorlesungsräumen kurzfristig einzuschaltende Kamerasysteme zum Zweck der Liveübertragung bzw. Aufnahme der Veranstaltungen oder Vorlesungen installiert werden. Hierzu sind auch betreffende gesetzliche Rahmenbedingungen nötig.

Neue Kapazität zur Finanzierung des Bildungssystems?

Durch Kamerasysteme werden die Veranstaltungen für eine Liveausstrahlung (auch im Internet) geeignet sein. Entsprechend ist eine Homepage nötig, die alle solchen Universitäten, die Onlinevorlesungen anbieten, mit Verzeichnis der Veranstaltungsreihen auflistet und verlinkt.
Per Mausklick können sich dann die Interessenten für verschiedene Veranstaltungen anmelden und möglicherweise kann hier eine Art Teilnahmegebühr eingeführt werden, die für viele Bürger bezahlbar ist und dem Universitätswesen zur Finanzierung der Bildung verhilft. So könnte das Universitätswesen einen Teil der Bildungskosten nur durch die Kamerasysteme und Videoübertragung der Vorlesungen im Internet begleichen.

Wichtige Veranstaltungen an den Universitäten werden dadurch für andere Interessierte auch übertragbar. Langfristig könnten die Studenten zum Beispiel europaweit von einem Teil der Studiengebühren befreit werden, weil es eine weitere Quelle zur Finanzierung des Universitätssystems zustande kommen kann.

Diese Quelle könnte gleichzeitig zu mehr finanzieller Selbstständigkeit der Universitäten beitragen und sogar die Qualität und Quantität der Einwanderung von Wissenschaftlern ändern.

Außerdem lässt sich durch solche Onlineangebote der Universitäten neue Arbeitsplätze für IT-Studierende bzw. Abwolventen beschaffen. Auf der anderen Seite ermöglicht eine Digitalisierung der Vorlesungen die Vermarktung und Entgrenzung der Akademie als wissenschaftlichen "Übungsraums" für noch mehr Interessierte und kann zu mehr wissenschaftlicher Kommunikation und Bestärkung der Wissensgesellschaft führen.

Digitale Weiterentwicklung des „Übungsraums Akademie"

Durch die Open Universities kann eine universale Form des Wissenstransfers gefördert werden. In den deutschsprachigen Ländern können noch weitere universale und mehrsprachige Liveangebote der Vorlesungen über das Internet entstehen.

Die Frage, ob und wie sich ein ähnliches Projekt auf einer gemeinsamen Homepage präsentieren lässt, kann noch diskutiert werden. Zunächst kann jede Universität dieses Angebot in einer Testphase präsentieren, und danach kann eine umfassende Homepage entstehen, mit allen Links zu den betreffenden Universitäten und ihren Veranstaltungen, die Live übertragbar sind, bzw. online zur Verfügung stehen.

Dieses Onlineangebot kann dann über das Internet nach einer Beitragszahlung benutzt werden. Digital und multimedial verfügbare Lernsysteme können das Bildungssystem entgrenzen und zu noch mehr Fachkommunikation -auf der akademischen Ebene- und neuen Qualifikationsmöglichkeiten für die Öffentlichkeit beitragen. Diese digitale Entwicklung im Bildungsbereich ist auch mit vielen neuen sozialen und wissenschaftlichen Möglichkeiten für die Öffentlichkeit verbunden.

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