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"Dieses lila Licht... wird da nicht irgendwas Genmanipuliertes produziert?"

22/07/2017 17:35 CEST | Aktualisiert 05/08/2017 14:06 CEST
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Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit dem Food Innovations Netzwerk HERMANN'S.

Dass diese skeptische Kundenfrage mit einem klaren 'Nein' beantwortet werden kann, und anfängliche Skepsis positivem Interesse am Thema Foodtech weicht, verdankt sich einem konkreten Projekt, im Rahmen dessen Kräuter- und Gemüsesorten direkt vor Ort im Supermarkt angebaut werden. Dieses Projekt ist ein Teil der Arbeit von Fabio Ziemssen.

"Am Anfang war es in der Tat so, dass sich die Kunden gefragt haben, was da produziert wird. Aber dadurch konnten wir sehr stark in den Dialog übertreten und das Resultat war phänomenal. Die Verkaufszahlen haben das bestätigt aber auch die Nachfrage einzelner Gastronomen, wann es möglich ist gesamte Lösungen zu kaufen."

Die Verschmelzung von Technologie und Lebensmitteln

Dialog und Transparenz sind die Koordinaten, innerhalb derer Kunden aktive Mitspieler werden und für die es mehr denn je Vermittler braucht:

"Das ist genau die Rolle, die der Handel in Zukunft haben muss und eine Art Dolmetschertätigkeit leisten. Das heißt, dass wir Technologien, die notwendig sind, die nachhaltig sind, so für den Kunden übersetzen, dass sie verständlich sind aber auf der anderen Seite auch ganz klar die Nachfrage, das Bedürfnis der Kunden, so formulieren, dass wir es an die Technologieanbieter weitergeben können. Diese Validierung, wie sich dieses Verhältnis einpendelt, das ist eine wesentliche Aufgabe."

Wo lila Licht Skepsis zutage fördert und effektive Lösungen hinter technologischen Termini nur verschwommen sichtbar werden, entsteht Erklärungsbedarf: "Einfach gesagt ist Foodtech die Verschmelzung von Technologie mit Lebensmitteln.

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Das kann auf der einen Seite die Entwicklung von In-vitro-Produkten sein, wo es darum geht, aus künstlicher Zellproduktion Fleisch herzustellen, was eine sehr starke Ausprägung des technologischen Aspektes ist.

Es kann aber eben auch auf der anderen Seite das Thema 'Vertical Farming' sein. Wie kann ich auf sehr kleinem Raum Lebensmittel anbauen, um die Produktivität des Anbaus pro Fläche maximal ausnutzen zu können?"

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"Das sind zwei extreme Beispiele, die im Kern etwas Positives haben. Bei In-vitro-Produkten versucht man im Grunde, ein Alternativprodukt für das klassische Fleisch zu finden, um den Co2 Ausstoß zu reduzieren und der Massentierhaltung entgegenzuwirken und im Vertical Farming versucht man, den Ort des Ursprungs der Lebensmittel näher an den Kunden zu bringen.

Der Kunde wird zum Mittelpunkt dieses Ökosystems

Daraus ergeben sich viele weitere Fragen: Wie passt so eine Farm in ein Store Konzept? Was sind die Mindestvoraussetzungen, damit sie CO2-neutral ist?"

Es geht um nicht weniger als das Ganze: "Ich spreche beim Food System von allem, was mit Lebensmitteln zu tun hat. Dementsprechend finden alle Marktplayer, die in diesem Food System sind, ob Geschmacks- oder Aromenhersteller, ob Produzent oder Farmer auf irgendeine Weise Zugang zum Kunden.

Der Kunde wird zum Mittelpunkt dieses Ökosystems. Wo er früher nur den Anbieter vor der Nase hatte, ist es jetzt etwas, das wesentlich größer ist."

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Die Zahl der Menschen, die in einigen Jahren Burger, Steaks, und ja, auch Salat essen wollen, steigt dramatisch. Gleichzeitig sehen wir in vielen westlichen Gesellschaften die Folgen ungesunder Ernährung: Wir stehen vor einem Fett- und Zucker-Kollaps.

Doch es gibt längst Ideen und Lösungen für dieses globale Problem. Denen will sich die HuffPost in den nächsten Monaten mit Artikeln, Reports und Expertenbeiträgen widmen.

Dafür arbeiten wir mit der in Berlin entstehenden und von dem Kekshersteller Bahlsen finanzierten Plattform Hermann's zusammen, einer Art Denkfabrik für die Zukunft unserer Ernährung.

Die neue Plattform will die Köche, Wissenschaftler, Blogger, Unternehmer und Firmen zusammenbringen, die sich genau mit diesen Zukunftsfragen beschäftigen.

Die aktuellen Beiträge aus der Kooperation findet ihr hier.

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