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Ich war ein Top-Verdiener - trotzdem habe ich alles hingeschmissen

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
AUSSTEIGER BERUF
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Es gibt sicher viele Menschen in der Welt, die mich um meinen fr├╝heren Job beneiden w├╝rden. Immerhin arbeitete ich als Finanzmanager f├╝r eines der gr├Â├čten Sportunternehmen der Welt.

Ich verdiente bei adidas ungef├Ąhr doppelt so viel, wie der durchschnittliche Deutsche und auch wenn es Hochphasen gab, in dem mir der Stress und der Druck zu viel wurde, das Team und das Unternehmen haben mich immer unterst├╝tzt. Trotzdem, ich habe meinen Job hingeschmissen und das hatte einen verdammt guten Grund.

Ich arbeitete in einer Wohlf├╝hloase

Es war mit Sicherheit kein Burn-Out Syndrom was mich dazu brachte, meinen Job dort aufzugeben. Es lag auch nicht an den ├ťberstunden oder meinem Aufgabenbereich, immerhin besch├Ąftigte ich mich den ganzen Tag mit Fashion und Sport.

Ich war kein langweiliger Finanzberater bei einem beliebigen Bankunternehmen. adidas ist eine einzigartige Marke und ein bisschen f├╝hlte es sich an, wie in einer Wohlf├╝hloase zu arbeiten.

Doch mit den Jahren, die dort vergingen, machte sich ein beklemmendes Gef├╝hl in mir breit. Auf meinen Reisen in alle Teile der Welt wurde mir klar, dass wir in einer riesigen Blase leben. Ich begann, die Wohlf├╝hloase von au├čen zu betrachten und verstand, dass f├╝r unz├Ąhlige Menschen auf dieser Welt Armut, Umweltverschmutzung und Unterdr├╝ckung allt├Ągliche Probleme sind - und unser wirtschaftliches System ist eines der Gr├╝nde daf├╝r.

Nachhaltigkeit oder Profit?

Selbst wenn adidas beispielsweise das Thema Nachhaltigkeit nicht komplett ignoriert, es ist ein gewinnorientiertes Unternehmen. Wenn sich dann die Frage stellt ÔÇ×Nachhaltigkeit oder Profit?", dann wird sich so ziemlich jede Marke f├╝r Profit entscheiden. Das versteht man unter Kapitalismus.

Ô×Ę Mehr zum Thema: "Ich bin dann mal weg" - warum ich eine Auszeit von meinem Job nehme

Ich bin mir allerdings auch durchaus bewusst, dass wir von diesem System profitieren: ÔÇ×Hey super, ich flieg ├╝bers Wochenende f├╝r 19 Euro mit Ryan Air nach Barcelona". Doch gleichzeitig regen wir uns alle ├╝ber den Klimawandel auf und das die Politik nichts dagegen tut. Schuld ist immer der andere.

Jeder von uns hat ein Bewusstsein daf├╝r, was gerade in der Welt passiert, aber fast keiner hat die Bereitschaft auf einen gewissen Teil seines Konsums zu verzichten. Wir schotten uns ab, regeln unsere sozialen Kontakt lieber online und verschlie├čen die Augen vor der Katastrophe, die uns alle betrifft.

Als ich das begriffen hatte, konnte ich nicht mehr weiter machen. ÔÇ×Was mache ich hier eigentlich? Ist es das wirklich gewesen? Ein solides Jahresgehalt und eine sichere Stellung bei einem Global Player?" - Ich musste etwas ├Ąndern, k├╝ndigte und begann mein Leben radikal zu ver├Ąndern.

Nachbarschaft st├Ąrken, um Grenzen zu ├╝berwinden

Als Teilnehmer des Associate Programms von On Purpose erhalte ich nun Einblicke in Sozialunternehmen und NGOs. Ein Sektor, in dem Geld nur ein Mittel zum Zweck darstellt um bedeutende gesellschaftliche Herausforderungen unserer Zeit zu l├Âsen.

Dabei wird wirtschaftliches Handeln in enger Verbindung mit sozialem und ├Âkologischem Bewusstsein betrachtet. F├╝r ein Drittel meines ehemaligen Jahresgehalts bietet das einj├Ąhrige Programm umfangreiche Trainings, Unterst├╝tzung durch hervorragende Mentoren und die Chance mit professionellen Coaches Gedanken ├╝ber meine pers├Ânliche Zukunft zu besprechen.

Gleichzeitig kann ich meine langj├Ąhrige Erfahrung bei dem Berliner Start-Up ÔÇ×nebenan.de" einbringen. Die Idee der Internetplattform ist ziemlich simpel: ein soziales Netzwerk f├╝r Nachbarschaften. Das Ziel ist es, Menschen zusammenzubringen, die unmittelbar nebeneinander leben. Nachbarn lernen sich online kennen, um sich im Alltag, offline, wieder gegenseitig zu unterst├╝tzen.

Ob man zusammen kocht, eine Bohrmaschine verleiht oder Fahrgemeinschaften gr├╝ndet; das alles sind minimale Stellschrauben mit denen jeder seinen Beitrag leisten kann, um unser Konsumverhalten nachhaltig zu ver├Ąndern. Doch daf├╝r m├╝ssen wir wieder auf einander zugehen, Vorurteile abbauen und Grenzen ├╝berwinden.

Ô×Ę Mehr zum Thema: Mir hat das Grundeinkommen geholfen, meinen Lebensplan zu verwirklichen

Mir ist klar, dass man nicht so einfach die ganze Welt retten kann. Aber wenn wir endlich damit anfangen unsere festgefahrenen Lebensweisen zu hinterfragen, dann k├Ânnen wir gemeinsam die Herausforderungen unserer Generation ├╝berwinden und die Zukunft vieler Menschen positiver gestalten - denn daf├╝r ist es mit Sicherheit noch nicht zu sp├Ąt.

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Oft schauen wir auf gesellschaftliche Entwicklungen nur aus einer abstrakten Perspektive: Experten sprechen ├╝ber Probleme anhand von Studien. Politiker loben, was gut l├Ąuft, anhand von grauen Statistiken - all das hat mit dem Alltag der Menschen, die von diesen Entwicklungen betroffen sind oder sie pr├Ągen, oft wenig zu tun.

Diese Menschen kommen jetzt in der Huffington Post zu Wort. Denn wie f├╝hlt sich Armut in einem reichen Land jenseits der Statistiken an? Wie sieht Deutschland aus der Perspektive eines Obdachlosen aus? Vor welchen Problemen steht ein gerade angekommener Fl├╝chtling? Wer hat mit seiner Initiative ein gravierendes Problem gel├Âst? All das ist Thema in HuffPost-Voices.

Diskutiert mit und schickt uns eure Erlebnisse an Blog@huffingtonpost.de.

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