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Ich sehe dich!

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Es gibt kein größeres Sehnen auf Erden als das danach, erkannt zu werden als der, der man ist, und mit allem, was man jetzt ist, angenommen und geliebt zu werden.

Doch die gesellschaftlich geprägte, bedürftige romantische Sicht auf die sogenannte „Liebe" verstellt den klaren Blick auf den anderen.

Deine Bedürftigkeit lässt dich nach dem anderen greifen, damit dein Mangel an Liebe geheilt wird. Und du siehst den anderen, so wie du ihn brauchst oder aber wie er dir diese Bedürftigkeit nicht erfüllt.

Doch kein anderer ist dazu da, dir deine Angst vor dem Lieben zu dir selbst zu nehmen. Der andere braucht ebenso bedingungslose Liebe. Nur wenn du frei bist von dem Sog, Rettung durch ein anderes Wesen und durch das Außen zu erlangen, kannst du erst wirklich „sehen" und den anderen in seiner Wahrheit „wahrnehmen". Bedingungslose Liebe ist das mächtigste Mittel, wahrhaft Änderung in einem anderen zu bewirken.

Die alte Form der Bedürfniserfüllung in einer Beziehung macht dagegen abhängig und „blind". Weil du in deinem eigenen Nebel eingesponnen bist, kannst du den anderen gar nicht erkennen als das, was er im Innersten ist. Die sogenannte Liebe verdeckt dir den Blick auf die Wahrheit, und damit drehst du dich in einem endlosen Karussell von Enttäuschung, Verwirrung, Sehnen und Unerfülltheit.

Jeder will geliebt werden, wie er ist. Und wenn er diese bedingungslose Erlaubnis, das zu sein, was er ist, von einem anderen Wesen erhält, kann er sich aufmachen, das zu sein, was er wirklich ist. Wirkliche Offenheit für das So-Sein des anderen ist das Wichtigste.

In dem Moment, in dem wir anfangen, unseren Partner ändern zu wollen, öffnen wir das Tor zur Nicht-Liebe. Wir zeigen dem anderen, dass er so, wie er ist, nicht „richtig" ist.

Aber die tiefste Wunde in uns allen ist, nicht um unserer Selbst willen geliebt zu sein. Seit der Kindheit sind wir so an Liebe gewöhnt, die mit Bedingungen verknüpft ist, dass wir uns bereitwillig anpassen und verleugnen. So wird Liebe hässlich und pervertiert.

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Es gibt nur einen Weg daraus: Den Schleier zu lüften, indem du dich selbst liebst, das Spiel von Mangel erkennst und alle deine Beziehungen von allen Projektionen und Erwartungen befreist. Damit hörst du auf, den anderen für deine Zwecke und deinen Mangel zu benutzen und zu missbrauchen.

Je mehr die Schleier zurĂĽckweichen vor eurem wahren Sehen, umso mehr seht ihr dann die Wahrheit und blickt in die Struktur und Schwingung der Seele vor euch hinein.
In all diesen Momenten, wo ihr euch begegnet und wieder all die Maskenspiele spielt, atmet einmal tief durch, atmet und sprecht:

„Ich bin, was ich bin. Im Kern bin ich Liebe, so wie du.

Es gibt nichts was uns trennt, nur unsere Angst. Und wenn ich jetzt ausatme, entweicht die Angst und die Liebe in mir breitet sich aus und bleibt.

Und in dieser erkenne ich dich, du Seele vor mir, in deinem Kern.

Ich sehe deine Verletztheit, deine Zartheit, deine immense Kraft und ich verneige mich vor dir, so wie ich mich selbst achte in allem, was ich bin..."

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