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Was wirklich eine Obergrenze braucht sind nicht die Flüchtlinge

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FLUECHTLINGE
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Viele Menschen, auch im reichen Bayern, haben Angst vor Abstieg, Hartz IV und Altersarmut. Sie fühlen sich von der herrschenden Politik im Stich gelassen. In meiner Region ist das dringendste Problem die Wohnungsnot. Es fehlen bezahlbare Wohnungen, denn auch in sogenannten boomenden Regionen gibt es Menschen mit kleinem Einkommen oder AufstockerInnen.

Ihnen wird von der populistischen Rechten suggeriert, dass sie schneller eine bezahlbare Wohnung bekommen könnten, wenn es weniger Flüchtlinge gäbe. Allerdings werden die Wohnungen dadurch nicht billiger, denn viele Unternehmen oder Grundstücksbesitzer sehen durch die gestiegene Nachfrage nach Wohnraum die Chance, die Preise massiv in die Höhen zu treiben. Gegen das Geschäft mit dem Wohnen muss eine Obergrenze eingezogen werden, nicht gegen Geflüchtete.

Alle reden über Flüchtlinge, aber die wenigsten kennen sie überhaupt. Es gibt in meinem Wahlkreis viel Angst vor dem Fremden und vor Kriminalität. Diese Gefühle werden leider auch durch Falschmeldungen befeuert. Flüchtlinge im Abschiebelager haben nahezu keinen Kontakt nach außen, was die Vorurteile verfestigt.

Die AfD ist keine Opposition zum herrschenden System

Ich denke, dass dies in Bayern auch so gewollt ist, sonst könnten Menschen mit den schweren Schicksalen der Geflüchteten konfrontiert werden und damit eine persönliche Beziehung zu den Neuangekommenen aufbauen. Meint die Politik es ernst mit der Willkommenskultur müssen Geflüchtete unter uns leben und arbeiten, nicht weggesperrt in Lagern.

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Viele Menschen in Deutschland haben das Gefühl, dass ihnen durch die Flüchtlinge etwas weggenommen wird, Belege dafür gibt es bis heute keine. Gerade darum ist es besonders wichtig, dass eine Stadtspitze Flüchtlinge als wichtige Aufgabe sieht und dies auch so kommuniziert, nicht nur als Belastung.

Und dann sind da noch diejenigen, die es einfach stört, wenn Andersfarbige auf der Straße zu sehen sind. MigrantInnen sind für diese Leute per se Wirtschaftsflüchtlinge, faul, denen prinzipiell der Wille zur Integration und zur Aufnahme von Beschäftigung abgesprochen wird. Diesem dummen Rassismus muss sich jeder Demokrat und jede Demokratin entgegen stellen. Ich denke, wir müssen den Menschen sagen, was wirklich im AfD-Programm steht. Und dass gerade sie keine Opposition zum herrschenden System ist.

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