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Klimawandel

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Wir Menschen haben die Erde tiefgreifend verändert - Klimawandel, übersäuerte Meere und ganze Ökosysteme sind vom Verschwinden bedroht. Wissenschaftler sind daher zur Ansicht gekommen, dass wir von einem neuen geologischen Zeitalter sprechen sollten, und zwar vom ‚Anthropozän', dem ‚Menschen-Zeitalter'.

Im Zeitraum von 1970 bis 2012 wurde laut dem Living Planet Report des WWF bei den Wirbeltierarten ein Rückgang der Populationsgröße von 58 Prozent festgestellt. Dies bedeutet einen jährlichen Schwund von etwa 2 Prozent und derzeit ist kein Ende in Sicht. Der Grund dafür sind unter anderem der Verlust der Lebensräume, Umweltverschmutzung und der Klimawandel.

Wir Menschen verbrauchen mehr Ressourcen und Ökosystemleistungen, als die Erde uns zur Verfügung stellen kann. Genau genommen würden wir 1,6 Erden benötigen, um unseren gesamten Bedarf zu decken. Die USA gehören mit zu den Ländern, die den größten ökologischen Fußabdruck hinterlassen, in Österreich und Deutschland ist die Situation nicht viel besser. So liegt Österreich etwa im Weltranking an der 17. Stelle. Nur 16 Prozent der 215 in unserem Land untersuchten Tierarten sind aktuell nicht bedroht.

Da stellt sich die Frage: Werden wir eines Tages in einer leeren Welt leben - voll mit Menschen, aber ohne andere Lebewesen weit und breit?

Themen wie Schutz der biologischen Vielfalt, nachhaltige Landwirtschaft und Konsum, Schutz der Meere sowie Klimaschutz und Energiepolitik sind durch die eben zu Ende gegangene UN-Weltklimakonferenz in Marokko vermehrt in die Medien gerückt. Vor allem auch, weil ein gewisser Herr Donald Trump angekündigt hat, aus dem Klimavertrag von Paris auszusteigen, denn der bekennende Klimaskeptiker behauptete schon im Jahre 2012 auf Twitter, dass das Konzept der Erderwärmung von den Chinesen in Umlauf gebracht worden sei, um der amerikanischen Wirtschaft zu schaden. Und leider hat sich seine Meinung seither nicht geändert.

Ungeachtet dessen fand vom 7. bis 18. November die UN-Klimakonferenz in Marokko statt. Dieser Klimagipfel war eine Arbeitskonferenz, bei der darüber diskutiert wurde, wie der Klimavertrag von Paris umzusetzen sei.
Das Ziel des Vertrages ist klar definiert: „Die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius, wenn möglich 1,5 Grad Celsius zu begrenzen." (Adam Pawloff, Klima- und Energiesprecher von Greenpeace in Österreich)

Somit hat sich die Weltgemeinschaft im Abkommen von Paris erstmals darauf geeinigt, den menschgemachten Klimawandel als Faktum anzuerkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten. China und die USA sind die weltweit größten Treibhausverursacher, die Einigung könnte jedoch durch Trump und seine Parteigenossen zunichtegemacht werden.

Am vorletzten Tag des Klimagipfels wurde in der ‚Proklamation von Marrakesch' der Treibhausemission als Quelle der Klimaerwärmung der Kampf angesagt. 196 Staaten verpflichteten sich, die Ziele des Klimaschutzabkommens von Paris umzusetzen. Jedoch reichen die bisher vorliegenden nationalen Zusagen nicht aus, um das Ziel tatsächlich zu erreichen. Die nationalen Klimaschutzpläne müssten weiter verschärft werden. „Denn eine kürzlich erschienene Studie des UN-Umweltprogramms (UNEP) zeigt, dass diese aktuell zu 2,9 bis 3,4 Grad Erwärmung führen würden. Wie genau die Überprüfung der nationalen Klimaschutzpläne durchgeführt werden soll - ein Vorhaben bei der übernächsten UN-Klimakonferenz 2018 - wurde derzeit in Marrakesch diskutiert." (Adam Pawloff, Klima- und Energiesprecher von Greenpeace in Österreich)

Ein weiterer Inhalt dieser Proklamation ist die Unterstützung der Industriestaaten bis 2020 mit jährlich 100 Milliarden Dollar für die sogenannten Entwicklungsländer. Die Industriestaaten sind die Hauptverursacher des Klimawandels, aber der afrikanische Kontinent ist der am stärksten davon betroffene. Von den 50 Ländern, die am meisten unter der Klimaerwärmung zu leiden haben, liegen 36 im subsaharischen Afrika.

Jetzt erhebt sich die Frage, ob die Klimaschutzpläne verschärft werden und was passiert, wenn einer der größten Verursacher sich einfach aus der Affäre zieht. Und ich frage mich, welches Erbe die jetzt Lebenden nachfolgenden Generationen hinterlassen wollen und werden.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf ursachewirkung.at