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Lass uns zusammen dick werden

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Über die Feiertage geschlemmt und Angst vorm Dickwerden? Mehrere Studien behaupten, dass Verheiratete dieses Schicksal sowieso trifft. Je glücklicher, umso sicherer. Darauf noch eine Tafel Schokolade!

So, Paare werden also nach der Hochzeit gemeinsam dicker. Mehr Glück bedeutet auch mehr Kilos. Das behaupten mehrere US-Studien. Es braucht also keine Feiertage und weihnachtliche Menüfolgen bei Eltern und Schwiegereltern, damit sich Paare im Laufe der Ehe ähnlicher werden. Nach einigen Jahren legen die Partner sowieso zu, zumindest die US-Paare, die an einer Studie des Soziologen Dmitry Tumin an der Ohio State University teilnahmen.

Wer über 30 ist, legt danach in den ersten Jahren der Ehen mit ziemlicher Sicherheit ein paar Kilos zu. Frauen trifft es (zunächst) besonders hart: sie werden deutlich kräftiger als ihre Männer. Die aber trifft es dann bei der Scheidung: da gehen sie nämlich auseinander. Das fällt vermutlich unter Frustessen und eher weniger spektakulär.

Gemeiner ist die Richtung der Studie von Andrea L. Metzer an der Southern Methodis University in Dallas: Je zufriedener sich ein Paar über ihre Ehe äußerte umso größer war die Chance, dass beide auch gemeinsam dicker wurden. Die Erklärung der Psychologin: da die Partner nicht mehr aktiv am anstrengenden Singlemarkt teilnehmen und anderen imponieren müssen, lassen sie sich gemeinsam gehen.

„Lass uns zusammen alt und dick werden", scherzen Paare gerne. Darin steckt offenbar viel Wahrheit und ich denke, auch eine gewisse Sehnsucht. Der Partner soll mich lieben wie ich bin. Deswegen wurde schließlich geheiratet. Endlich ist der Stress vorbei gegen Schönheitsideale aus Magazinen bestehen zu müssen. Aber - und auf diese Langzeitstudie bin ich gespannt - was geschieht eigentlich, nachdem die Euphorie der frühen Ehejahre nachlässt: werden die Partner aus Furcht, wegen einer oder einem Attraktiveren verlassen zu werden sich dann gemeinsam beim Fitnessstudie anmelden?

In einer Beziehung ankommen bedeutet bekanntlich gar nicht wirklich weniger Stress und Arbeit sondern nur eine andere Form der Anstrengung: Es geht nun darum, Probleme und Konflikte gemeinsam zu lösen: Beziehungsarbeit, wie Therapeuten das gerne nennen und dafür wenig Begeisterung ernten.

Uns geben dürfen wie wir sind und dafür (trotzdem) geliebt werden: Diese Erwartung ist menschlich, doch sie vergisst, dass Paare nicht plötzlich zeitlos werden. Veränderungen gehören zum Leben einfach dazu. Menschen verändern sich mit den Jahren. Und ganz sicher werden die nicht immer positiv aufgenommen, wie kürzlich eine deutsche Studie aufzeigte.

Jede dritte Befragte sagte, ihr Mann hätte sich im Laufe der Partnerschaft das Schnarchen angewöhnt. Mehr als jede fünfte Frau bemängelt die Unordentlichkeit des Mannes oder seine Launen. Bei den befragten Männern stehen die Launen und das Meckern der Damen an erster Stelle, jeder dritte Mann gab an, danach, wenn auch nur noch von 18 Prozent genannt, kommt schlechter Sex, gefolgt von Jammern und Unordentlichkeit.

Damit sind wir auch wieder zurück beim gemeinsamen dick werden: Je nach Persönlichkeit können solche Probleme dazu führen, dass sich Männer wie Frauen gehen lassen oder die schlechte Stimmung wegnaschen. Was also hilft aus der Falle? Neben gemeinsamen Aktivitäten, die von ganz alleine dazu führen, dass die Pfunde wieder schmelzen und das Bedürfnis nach Süßem nachlässt (was meist auch wieder mehr Intimität bringt), hilft eine Änderung der Haltung, wie es immerhin ein Drittel der Befragten Paare bestätigt: Die Partner versuchen, sich durch den Alltag nicht das Verliebtsein abgewöhnen zu lassen und sich nicht an kleinen Fehlern zu stören. Getreu dem Motto: Niemand ist perfekt. Und nein, sorry, auch Sie nicht.

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