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03/01/2018 20:51 CET | Aktualisiert 03/01/2018 20:58 CET

Zugausfälle und blockierte Straßen: Orkan "Burglind" wütet durch Deutschland

Zum Glück hat es bisher keine Verletzten gegeben.

dpa
Feuerwehrleute beseitigen Sturmschäden in Bayern
  • Bäume werden entwurzelt, der Verkehr auf Straße, Schiene und Wasser behindert  
  • Sturmtief “Burglind” ist am Mittwoch mit orkanartigen Böen über Deutschland hinweggefegt - und die Gefahr ist noch nicht vorüber

Das erste Sturmtief des neuen Jahres hat mit großer Wucht über weite Teile Deutschlands hinweggeblasen. “Burglind” brachte am Mittwoch orkanartige Böen von mehr als 120 Kilometern pro Stunde und peitschenden Regen.

Es kam zu Behinderungen im Verkehr auf Straßen, Zugstrecken und Fährlinien an den Küsten, Bäume stürzten um.

Immerhin: Von Verletzten durch “Burglind” war zunächst nichts bekannt.

Vor allem im Westen und Südwesten Deutschlands waren Straßen blockiert und der Regional- und Fernverkehr der Bahn gestört. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz. Mehrere Zoos und Tierparks blieben geschlossen - wegen der Gefahr von herunterfallenden Baumteilen.

Die Flüsse in Nordrhein-Westfalen steigen teils gefährlich. In Köln wurde die Hochwassermarke I überschritten, bei der Schiffe ihre Geschwindigkeit reduzieren müssen. Die Stadt wappnet sich wie andere Orte am Rhein gegen drohende Überflutungen durch Hochwasser.

► Auf Deutschlands höchstem Berggipfel, der Zugspitze, fuhr die Zahnradbahn nicht. Das dortige Skigebiet blieb geschlossen.

► Wegen herumfliegender Bandenteile und Werbebanner musste die vierte Etappe der Tour de Ski der Langläufer in Oberstdorf vorzeitig beendet werden.

► Auf der 1163 Meter hohen Hornisgrinde des Nordschwarzwaldes maßen Meteorologen am Morgen eine Windgeschwindigkeit von 159 Stundenkilometern. Damit könne man dort von einem “extremen Orkan” sprechen, hieß es beim DWD.

► Ähnliche Geschwindigkeiten wurden auch auf dem Feldberg, ebenfalls im Schwarzwald erreicht, wie ein Video des SWR eindrücklich zeigt: 

Doch auch in Norddeutschland kam es zu starken Beeinträchtigungen:

► In Cuxhaven wurde die einzige Insel-Fährverbindung nach Helgoland vorsorglich eingestellt. Einige Urlauber seien bereits am Dienstag abgereist, andere würden zurück fliegen oder länger bleiben, sagte eine Sprecherin auf der Hochseeinsel.

Bei Stürmen jeder Stärke geht die größte Gefahr von umstürzenden Bäumen aus - die ist in diesen Tagen sogar noch größer: “Die Böden sind durch den Regen der vergangenen Tage durchnässt, Bäume kippen leichter um”, sagte der Meteorologe Robert Hausen vom Deutschen Wetterdienst.

Deshalb in dem kommenden Tagen lieber nicht in Wäldern aufhalten. Es könne noch bis in die Nacht zum Donnerstag gefährliche Sturmböen geben.

In den kommenden Tagen wird es laut Wettedienst vor allem im Südwesten regnen. “Daher gibt es in den dortigen Staulagen Unwetterwarnungen wegen Dauerregens”, sagte Christoph Hartmann von der Wettervorhersagezentrale in Offenbach.

Regen- und Schmelzwasser können sich dann lokal zu Hochwasser summieren. Im Norden Deutschlands bleibt es zunächst bei Schauern. Zum Wochenende hin bleibt es unbeständig und meist sehr mild.

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