POLITIK
11/02/2018 19:15 CET | Aktualisiert 12/02/2018 07:53 CET

ZDF-Moderatorin konfrontiert Merkel: "Geht es Ihnen nur um die Kanzlerschaft?"

Die CDU-Chefin gerät in Bedrängnis.

ZDF
Bettina Schausten und Angela Merkel. 
  • Im ZDF muss sich Merkel kritischen Fragen zu den GroKo-Verhandlungen stellen
  • Sie gibt zu: Es ging ihr auch darum, an der Macht zu bleiben

Es sind ungemütliche Tage für CDU-Chefin Angela Merkel.

Zwar steht seit Mitte der Woche eine Koalitionsvereinbarung mit der SPD, doch die Union hat schmerzliche Zugeständnisse machen müssen. 

Kritiker werfen Merkel vor, für die Einigung Ministerien verramscht zu haben. Besonders, dass das Finanzministerium an die SPD geht, missfällt in der CDU vielen.

Im Interview mit “Berlin Direkt” hat die CDU-Chefin nun zum ersten Mal ausführlich Stellung zu der lauter werdenden Kritik an ihrer Person bezogen.

Mehr zum Thema –  Merkel im ZDF-Interview: So erklärt sie das GroKo-Debakel der CDU

Besonders eine Frage der ZDF-Moderatorin Bettina Schausten brachte Merkel in Bedrängnis.

“Eine ganze Nacht wurde gefeilscht um Karriereposten, während man draußen denkt, es geht um Gesundheitspolitik und Arbeitsrecht”, kritisierte Schausten. “Die Leute haben jetzt den Eindruck, die denken nur an sich selbst. Auch Frau Merkel, der es nur um ihre Kanzlerschaft geht.”

Merkel: “Ich denke nur an meine Kanzlerschaft?”

Merkel lächelt, aber nur kurz. “Danke, dass Sie das nochmal fragen, weil das ja gesagt wird: ‘Mir geht es nur um meine Kanzlerschaft.’”

Dazu wolle sie nur eines sagen, erklärt die CDU-Chefin: “Natürlich bin ich angetreten (...), um diese wunderbare Position wieder ausfüllen zu können.”

Ein Dementi zu ihren persönlichen Ambitionen ist das nicht. Aber eben auch kein Eingeständnis von Egoismus.

Wer Kanzler sein wolle, müsse auch Verantwortung für das Land übernehmen, führt Merkel aus. Sie will das tun – als CDU-Chefin und Kanzlerin, weitere vier Jahre.

Und ja, gibt Merkel zu, der Ressortzuschnitt sei eines der heikelsten Themen gewesen. “Sie haben Recht, es waren viele Stunden, in denen es nur um Posten ging. Es geht auch in diesen Tagen gar nicht um die Inhalte.”

Sie stehe aber voll hinter der Entscheidung, die Ressorts so zu verteilen, wie es passiert ist. Auch wenn der Verlust des Finanzministeriums schmerzhaft sei, betont Merkel, sei er dennoch “akzeptabel”.

Die Alternative wäre schlimmer gewesen: “Dass wir den Menschen hätten sagen müssen: ‘In der Sache haben wir einen Koalitionsvertrag, aber wir haben uns auf die Ressorts nicht einigen können.’”

(ll)