POLITIK
10/01/2018 08:04 CET | Aktualisiert 10/01/2018 08:13 CET

Wiener demonstriert mit Israel-Flagge – und bekommt nun Post von der Polizei

Das Zeigen der Flagge sei demnach "äußerst provokant" gewesen.

Barcroft Media via Getty Images
Symbolbild: Ein Mann in London zeigt die Israelflagge.
  • In Wien soll ein Demonstrant für das Zeigen einer Israel-Flagge bestraft werden
  • Die Aktion bei einer pro-palästinensischen Demo habe die öffentliche Ordnung gestört 

Für das Zeigen einer Israel-Flagge am Rande einer Demonstration soll ein Wiener nun polizeilich belangt werden. Darüber berichtet unter anderem die österreichische Ausgabe des Nachrichtenmagazins “Vice”.

Demnach sei es am 8.Dezember in der österreichischen Hauptstadt zu einer Demonstration gegen die Entscheidung des US-Präsidenten Donald Trump gekommen, Jerusalem als israelische Hauptstadt anzuerkennen.

Dabei seien auch antisemitische Parolen gerufen worden, berichtet ein Augenzeuge. Er und zwei seiner Freunde hätten daraufhin eine Israelflagge hochgehalten.

“Wir waren geschockt von diesen Parolen und wollten dies nicht unwidersprochen lassen. Antisemitismus und Hass auf Israel dürfen nicht geduldet werden”, erklärte der anonym zitierte Österreicher der “Vice”.

″Öffentliche Ordnung rücksichtslos gestört”

Die Männer seien daraufhin von pro-palästinensischen Demonstranten angegangen worden, die Polizei schritt ein. Nicht jedoch gegen die Angreifer, sondern gegen die Israel-Unterstützer, behauptet der Betroffene.

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“Die Polizei brachte uns in einen Hauseingang und begann mit einer Befragung, während die Angreifer einfach zurück zur Demonstration gingen”, bemerkte er.

Der “Vice” liegt eine Strafverfügung der Polizei an einen der drei Männer vor. Darin fordert die Landespolizeidirektion eine Geldstrafe von 100 Euro. Der Grund: Die Männer hätten die öffentliche Ordnung “in besonders rücksichtsloser Weise gestört”.

Das Zeigen der Israel-Flagge sei demnach ”äußerst provokant” gewesen und habe zu “erheblichem Unmut und Provokationen unter den anwesenden palästinensischen Protestanten” geführt, heißt es in dem Schreiben weiter. 

Der Betroffene findet: “Es kann nicht sein, dass straflos antisemitische Parolen gebrüllt werden können und das Zeigen einer israelischen Fahne bestraft werden soll.”

In den sozialen Medien bekommt er für diese Meinung derzeit viel Zuspruch.

Auch die Jüdische HochschülerInnenschaft (JÖH) fordert Konsequenzen bei der Wiener Polizei, berichtet der “Standard”: “Es ist inakzeptabel, dass das schlichte Zeigen der Israel-Flagge auf den Straßen Wiens von der Polizei als strafbare Provokation kriminalisiert wird.”

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(mf)

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