NACHRICHTEN
02/01/2018 13:03 CET | Aktualisiert 02/01/2018 13:46 CET

Neues Gesetz: So könnt ihr jetzt erfahren, was eure Kollegen verdienen

Ihr wollt es doch auch wissen!

  • Das Lohntransparenz-Gesetz tritt am 6.1.2018 in Kraft
  • Es hilft euch zu erfahren, was eure Kollegen verdienen
  • Im Video oben: Diese Gesetze ändern sich 2018

Vor einem halben Jahr hat die Bundesregierung das Lohntransparenz-Gesetz beschlossen, auch Entgelttransparenzgesetz genannt. Jetzt tritt das Gesetz mit dem sperrigen Namen in Kraft. Mitarbeiter in Betrieben, die 200 oder mehr Menschen beschäftigen, können nun abfragen, wie viel ihre Kollegen verdienen.

Die Intention dahinter soll sein, die Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen zu schließen.

Gehalt ist ein Tabuthema 

Das Gehalt sei immer noch ein “Tabuthema und eine Blackbox”, und Frauen würden deshalb oft nicht wissen, wie viel sie im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen verdienen, sagt Bundesfamilienministerin Katarina Barley von der SPD. Das soll sich aber jetzt ändern. 

Die Fakten

So könnt ihr von nun an erfahren, was eure Kollegen verdienen:

► Die Auskunft gibt es anonym über den Betriebsrat, bei dem der Antrag gestellt werden muss. Der Betriebsrat trägt alle relevanten Informationen zusammen. Alternativ kann man sich auch persönlich an die Personalabteilung wenden, dann allerdings ohne Anonymität.

► Gestellt werden muss ein Antrag in Textform, also E-Mail oder Brief. Hier findet ihr einen Musterantrag.

► Für die Auskunft werden Vergleichsgruppen gebildet: Man kann nicht das Gehalt eines speziellen Kollegen abfragen. Der Betrieb muss von mindestens sechs Kollegen des anderen Geschlechts, die sich in einer ähnlichen Tätigkeit befinden, das Durchschnittsgehalt offenlegen. Der (bürokratische) Aufwand für Unternehmen ist dementsprechend groß.

Je kleiner der Betrieb ist und je höher man sich in der Hierarchie befindet, desto weniger Chancen gibt es also, eine Vergleichsgruppe zusammenstellen zu können.

► Innerhalb von drei Monaten muss der Antragsteller die Informationen bekommen.

► Man kann nicht nur Auskunft über das Gehalt, sondern auch Dienstwagen und Jahresboni der Kollegen erhalten.

► Das Gesetz gilt ausschließlich für Betriebe, in denen mehr als 200 Menschen beschäftigt sind, betrifft also rund 18.000 Firmen mit etwa 14 Millionen Beschäftigten in Deutschland.

► Es herrscht Auskunfts-, nicht Anpassungspflicht. Das heißt, sollte man wirklich weniger verdienen als die Kollegen, ist der Arbeitgeber nicht dazu verpflichtet, die Gehälter anzupassen.

Die Auskunft bietet allerdings eine bessere Basis für Gehaltsverhandlungen und vor Gericht, falls Arbeitnehmer ein höheres Gehalt einklagen wollen. 

 

(jds)

 

Gesponsert von Knappschaft