WIRTSCHAFT
30/01/2018 12:54 CET | Aktualisiert 30/01/2018 14:25 CET

Dieses Anzeichen zeigt euch, ob euer Kollege ein Psychopath ist

Wissenschaftler haben für ihre Studie hunderte Angestellte befragt.

Caiaimage/Sam Edwards via Getty Images
Die Forscher deuten an, dass psychopathische Züge in der Arbeitswelt zu der eigenen Zufriedenheit und weniger Zorn beitragen.
  • In einer neuen Studie haben Wissenschaftler erforscht, woran man einen psychopathischen Kollegen erkennen kann 
  • Besonders auffällig ist die positive Einstellung eines Psychopathen gegenüber einem machtmissbrauchenden Vorgesetzten 

Wahrscheinlich haben viele von euch schon mal so einen Kollegen gehabt. Einen Kollegen, über den ihr euch gedacht habt, dass irgendwas mit ihm nicht stimmt.

Der Kollege, der irgendwie kalt wirkt. Empathielos. Man möchte das Wort nicht gleich in den Mund nehmen, aber man denkt: Vielleicht ist er ja ein Psychopath?

Forscher haben sich jetzt genau damit beschäftigt. Anhand einer neuen Studie zeigen sie auf, woran man einen psychopathischen Kollegen erkennen kann.

Psychopathen fühlen sich verpflichtet

Besonders sticht hervor, dass Psychopathen unter fiesen Chefs richtig aufblühen. Chefs, die beispielsweise nicht auf die Privatsphäre der Angestellten achten, ihre Versprechen nicht halten, lästern, unhöflich sind. 

Normalerweise empfinden die meisten Menschen diese Art von Verhalten anstrengend und sind davon gestresst.

Aber ein Psychopath sieht so einen Chef in einem positiven Licht und fühlt sich ihm mehr verpflichtet als einem netten Chef.

Mehr zum Thema: So erkennt ihr, ob euer Chef ein Psychopath ist

Es gibt zwei Dimensionen der Psychopathie

Für die Studie legten die Forscher 419 Testpersonen verschiedene Manager-Profile vor und zeichneten deren Reaktionen auf. Später sollten sie über ihre tatsächlichen Vorgesetzten sprechen.

Charlice Hurst, eine der Autorinnen der Studie, schreibt: “Es gibt zwei Dimensionen der Psychopathie – die interpersonell-affektive und antisozial-deviante. Beide haben jeweils das Merkmal des antisozialen Verhaltens.”

Die primäre Psychopathie erklärt sie so: “Menschen, auf die die interpersonell-affektive Psychopathie zutrifft, mangelt es an Empathie und sie sind gefühlskalt und schrecken vor nichts zurück. Sie reagieren nicht auf Dinge, die anderen Menschen Stress, Angst oder Wut bereiten.”

Psychopathische Züge fördern die Zufriedenheit

Antisozial-deviante Psychopathen seien wiederum eher hitzköpfig und impulsiv.

“Wir haben herausgefunden, dass interpersonell-affektive Psychopathen von missbrauchenden Vorgesetzten profitieren. Im Vergleich zu ihren Kollegen fühlen sie weniger Wut – dafür aber Engagement und positive Gefühle gegenüber ihrem beleidigendem Chef”, erklärt Hurst.

Mehr zum Thema: Warum wir unbedingt ein neues Miteinander in den Unternehmen brauchen

Weiter deuten die Forscher an, dass psychopathische Züge in der Arbeitswelt zu der eigenen Zufriedenheit und weniger Zorn beitragen.

Psychopathen blühen auf, andere gehen unter

Für ein zuverlässiges Arbeitsverhältnis zwischen Angestellten und Vorgesetzten halten die Forscher das Prinzip allerdings nicht.

Wenn die Vorgesetzten durch Angst und Scham höhere Verkaufszahlen erzwingen wollen, würden Psychopathen aufblühen – doch andere Angestellte vermutlich untergehen: “Im Extremfall könnten die Firmen mit einer sehr hohen Anzahl von angestellten Psychopathen enden.”

Mehr zum Thema: 8 Fehler, die dazu führen, dass gute Mitarbeiter kündigen

(ks)