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02/02/2018 08:52 CET | Aktualisiert 02/02/2018 09:56 CET

Politisch verfolgt: Familie muss aus der EU fliehen

Sie bekam Todesdrohungen.

tzahiV via Getty Images
Eine Passkontrolle an einem Flughafen
  • Eine Familie aus Tschechien musste aus dem Land flüchten
  • Der Grund: Sie hatte Todesdrohungen erhalten – und bekam keine Hilfe von den Behörden

Es ist ein trauriger Fall, über den der neuseeländische Radiosender RNZ berichtet: Eine Familie aus dem EU-Land Tschechien fühlte sich dort so unsicher, dass sie keine andere Möglichkeit mehr sah, als aus Europa zu flüchten. 

Sie bekam Asyl in Neuseeland, nachdem ein Gericht beschlossen hatte, dass die dreiköpfige Familie politisch verfolgt wurde. 

“Schwarzer Abschaum” und “dreckige Roma”

Der Grund: Der Vater ist Roma. Aufgrund seiner Abstammung sei die Familie so einer Hetzkampagne ausgesetzt gewesen. 

Auf offener Straße seien die die Eltern und ihre Sohn als “dreckige Roma” beschimpft worden, berichtet RNZ. In einem Drohbrief an die Familie seien sie als “schwarzer Abschaum” beschimpft worden, den “jemand wie Hitler” beseitigen werde. 

In einem weiteren Brief an die Familie soll gestanden haben: “Gas riecht großartig, nicht wahr?” – eine Anspielung auf die Ermordung von Sinti und Roma in den Konzentrationslagern der Nazizeit. 

RNZ berichtet unter Berufung auf die Entscheidung des Asyl-Gerichts auch von Anschlägen auf die Familie. Gegen ihr Haus seien Molotow-Cocktails geworfen worden, an einem Abend seien zwei mit Messern bewaffnete Rechtsextreme davor aufgetaucht. 

Die tschechische Polizei habe sich nicht für den Fall interessiert. 

Häufige Hassverbrechen gegen Roma in Tschechien

In Tschechien kommt es häufig zu rassistischen Taten gegen Sinti und Roma. Die Menschenrechtsorganisation “Amnesty International” wirft der Regierung des Landes vor, das Problem zu ignorieren.

Auch die EU selbst wirft Tschechien vor, Sinti und Roma nicht genug vor Diskriminierung und Attacken zu schützen. 

Im neuseeländischen Urteil zum Fall der Tschechen heißt es deshalb: “Die Familie war Diskriminierung, Anfeindungen und Gewalt ausgesetzt.” Sie werde eindeutig politisch verfolgt. 

Den Schutz der Familie übernimmt nun Neuseeland.

(mf)