ELTERN
15/12/2017 16:06 CET | Aktualisiert 16/12/2017 14:45 CET

Arbeitslose kauft ihren Kindern Geschenke für 2300 Euro - jetzt bekommt sie Hass zu spüren

Sie bekommt eine monatliche Unterstützung vom Staat.

  • Eine sechsfache arbeitslose Mutter gibt rund 2000 Pfund für Weihnachtsgeschenke an ihre Kinder aus
  • Im Netz empören sich viele Menschen über den Konsumwahn
  • Im Video oben seht ihr, wie armen Kindern tatsächlich geholfen werden kann

Claire Young ist sechsfache Mutter und arbeitslos. Vor einigen Tagen war sie in der britischen Morgenshow “This Morning” zu Gast - und sorgte mit ihrer Geschichte für Aufruhr.

Denn: Sie scheint keine Grenzen zu kennen, wenn es um Geschenke für ihre Kinder geht. In der Sendung erzählte sie, dass sie zur Weihnachtszeit rund 2000 Pfund (etwa 2300 Euro) nur zu diesem Zweck ausgebe. 

“Ich beginne im Januar und spare das ganze Jahr über”, sagte sie laut der Zeitung “Daily Mail” in der Show.

Ein pompöses Fest trotz Arbeitslosengeld

Von den 850 Pfund monatlicher Hilfe vom Staat lege sie 50 Pfund pro Woche auf die Seite.

“Ja, wir leben von Arbeitslosengeld, aber das sollte unsere Kinder nicht davon abhalten, ein schönes Fest zu erleben”, sagte sie.

Da sie an einem chronischen Erschöpfungssyndrom sowie chronischem Muskelschmerzen leide, ist die sechsfache Mutter nach eigenen Angaben nicht in der Lage zu arbeiten.

Auch ihr Partner hat seine Arbeit aufgegeben - um sich hundertprozentig um sie zu kümmern, wie sie sagt.

Die beiden erhalten eine Kombination aus einem Haushaltszuschuss, Barkrediten und Arbeitsunfähigkeitsleistungen.

Insgesamt kommen sie so auf wöchentlich 850 Pfund.

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Auf den Vorwurf, ihre Ausgaben seien ja doch sehr exzessiv, antwortete sie: “Weihnachten ist einmal im Jahr. Jedes meiner Kinder bekommt insgesamt elf Geschenke, und teilweise kosten diese gerade einmal einen Pfund.”

Emma Trapping kauft jedem ihrer Kinder 100 Geschenke

Sie habe sich die Arbeitslosigkeit nicht ausgesucht, rechtfertigte sie sich. Sei sie nicht krank, würde sie auch einem Jon nachgehen. 

Neben Claire kam auch die alleinerziehende Mutter Emma Tapping per Livezuschaltung aus Isle of Man in der Sendung zu Wort. Sie kauft ihren drei Kindern insgesamt sogar 300 Geschenke zu Weihnachten.

2015 hatte sie bereits Schlagzeilen gemacht, als ein Foto von ihrem Geschenkhaufen um die Welt ging.

Kritik im Netz

Aufgebrachte Zuschauer machten nach der Sendung ihrem Ärger auf Twitter Luft: Die beiden Mütter statuierten ein schlechtes Exempel für ihre Kinder - und missachteten die wahre Bedeutung von Weihnachten, so die Kritik.

Tappings maßlose Ausgaben kommentierte ein Nutzer mit den Worten: “Ich finde, sie könnte einige Geschenke an Kinder weitergeben, die nichts an Weihnachten bekommen”.

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“All diese Geschenke!!”, schrieb eine andere. “Es ist so unnötig! Dieser Materialismus ist die Ursache so vieler Probleme.”

Die dreifache Mutter verteidigte ihren Geschenkerausch vehement. Auch sie beginne am Anfang des Jahres mit dem Einkaufen.

So sammelten sich die Geschenke eben bis Weihnachten an, sagte sie in der Sendung.

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“Ich arbeite hart für mein Geld. Ich habe zwei Jobs. Warum sollte ich da nicht meine Kinder an Weihnachten verwöhnen dürfen?”

Viele Internetnutzer sehen anders. Sie werfen ihr vor, ihre Kinder zu verziehen. 

“Meine Kinder haben sich jeweils vier Geschenke gewünscht, eines davon ein Lebkuchenmann”, twitterte eine Frau. “Wir haben ihnen diese vier Geschenke gekauft! 300 sind viel zu viel.”

Wieder eine andere Nutzerin kommentierte wiederum auf Young bezogen: “Macht diese Frau Scherze? 2000 Pfund für ihre Kinder, und das vom Arbeitslosengeld.”

Beide Mütter aber waren sich in der Show einig: Sie schrieben Leuten nicht vor, wie sie ihr Geld investieren sollen. Also solle sich auch keiner bei ihnen einmischen.

Dennoch: Streitbar ist der Geschenkewahn allemal - egal, wie viel Geld jemand verdient. 

(lk)