POLITIK
13/01/2018 10:08 CET | Aktualisiert 13/01/2018 10:46 CET

Walter Kohl verrät, wieso er nie Politiker werden wollte

Sein Vater Helmut war 16 Jahre deutscher Bundeskanzler.

  • Walter Kohl verrät der HuffPost, wieso er - im Gegensatz zu seinem Vater - niemals in die Politik gehen wollte
  • Die wichtigsten Ausschnitte aus dem Interview mit dem Sohn des verstorbenen Altkanzlers Helmut Kohl seht ihr im Video oben

Walter Kohl ist Autor, Unternehmer, Coach. Er hat Bücher veröffentlicht, Reden gehalten und eine Firma gegründet. Der 54-Jährige blickt auf einen abwechslungsreichen Werdegang. Einen Berufswunsch hatte der Sohn des verstorbenen Altkanzlers Helmut Kohl aber nie: Politiker werden.

“Da habe ich gar kein Interesse daran”, sagt Kohl der HuffPost auf dem Ludwig-Erhard-Gipfel am Tegernsee. 

Das liegt an den negativen Erfahrungen, die er als Sohn des berühmten Politikers gemacht hat. “Ich habe lange Jahre unter meiner Herkunft gelitten”, sagt Walter Kohl offen. Er verweist unter anderem auf die Zeit des RAF-Terrors.

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“Hoffentlich wirst du bald entführt”

“Wir haben ein paar hundert Morddrohungen bekommen, in einem Sicherheitstrakt letztendlich gelebt, viele Gewalterfahrungen gehabt”, sagt Kohl. 

Eine besonders schlimme Erinnerung aus Kindheitstagen: “Lehrer haben gesagt: ‘Hoffentlich wirst du bald entführt, damit wir dich los sind.’” 

“Wir brauchen aktive Bürger”

Walter Kohl kennt sich gut mit den aktuellen Themen aus, nennt Lösungen für schwierige wirtschaftspolitische Fragen. Will aber selbst kein Politiker sein.

“Wieso müssen wir Politik an Politiker outsourcen? Wir brauchen aktive, souveräne Bürger. Eine Bewegung von Bürgern, die Politik unterstützt, die den politischen Diskurs fördert. Die aber auch ergebnisorientiert einfordert”, sagt Kohl. 

Derzeit steckt er seine ganze Energie in seine Familie und sein Unternehmen. Der Sohn des Altkanzlers betont: “Ich bin Walter Kohl, ich bin ein ganz normaler Bürger.” 

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(sk)