WIRTSCHAFT
30/01/2018 13:26 CET | Aktualisiert 30/01/2018 13:38 CET

VW zieht erste personelle Konsequenz aus Abgastest-Affäre

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Vom deutschen Vorzeige-Auto zur Schande.

Die Debatte um umstrittene Abgastests hat bei Volkswagen zu einer ersten personellen Konsequenz geführt.

Das ist passiert:

► Der Generalbevollmächtigte Thomas Steg wurde beurlaubt, wie die Volkswagen AG am Dienstag in Wolfsburg mitteilte.

► Der Vorstand habe das entsprechende Angebot des Leiters der Konzern-Außenbeziehungen und Nachhaltigkeit angenommen. Volkswagen war wegen Diesel-Abgastests mit Affen in die Kritik geraten.

► Steg werde bis zur vollständigen Aufklärung der Vorgänge von seinen Aufgaben entbunden. Konzernchef Matthias Müller sagte: “Herr Steg hat erklärt, die volle Verantwortung zu übernehmen. Dies respektiere ich.”

Warum das wichtig ist: 

Der Skandal um die Tier- und Menschenversuche ist von erheblicher wirtschaftlicher und politischer Bedeutung. Die ehemals so stolze deutsche Autoindustrie verliert mit jedem neuen Skandal weiter an Ansehen.  

Helmut Becker, ehemaliger Chefvolkswirt bei BMW, sagte so zuletzt dem Deutschlandfunk: “Der Schaden ist größer als durch die Dieselschummelei selber.”

Der Vorsitzende des Deutschen Ethikrates sorgt sich derweil auch um den Imageschaden für die seriöse Forschungsarbeit. “Dass die Forschung durch die Autoindustrie gesponsert worden ist, kann auch das Vertrauen in die Forschung untergraben”, sagte Peter Dabrock.

Was ihr noch wissen müsst:

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sagte der “Passauer Neuen Presse”: “Was da berichtet wird, ist einfach schockierend. Wer solche Tests in Auftrag gibt, scheint jeglichen Maßstab verloren zu haben.” Menschen und Tiere für die eigenen Zwecke zu missbrauchen, sei “einfach entsetzlich”. 

(ll)