WIRTSCHAFT
03/02/2018 18:01 CET

Rechtsabteilung von VW soll Tierversuche laut Medienbericht gebilligt haben

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dpa
Es wird dunkel um VW.

Juristen des Autoherstellers VW sollen die umstrittenen Tierversuche mit Abgasen ausdrücklich gebilligt haben. Das berichtet das “Handelsblatt” am Samstag.

Das ist passiert: 

► Dem “Handelsblatt” liegt ein Schriftverkehr zwischen Michael Spallek, dem Geschäftsführer des Forschungsunternehmens EUGT von VW, BMW und Daimler, und den beteiligten Forschern der Affen-Studie in den USA vor.

► Im Juni 2013 habe Spallek berichtet: Die VW-Anwälte sagten, der Konzern sei für Abgastests mit Affen. 

► Die VW-Anwälte “haben keinerlei Problem mit diesem Ansatz, weder vor wissenschaftlichem Hintergrund noch bezüglich Public-Relations-Fragen”, habe Spallek geschrieben. “Also glaube ich, dass Sie auf dieser Basis fortfahren können.”

Darum ist es wichtig:

Der Schriftverkehr zeigt laut dem “Handelsblatt”, wie sehr die VW-Rechtsabteilung auf die Tierversuche bestand.

Die US-Forscher hätten gewusst, dass die Tierversuche wissenschaftlich fragwürdig seien. Die VW-Anwälte forderten sie allerdings ein. Sie erhofften sich davon, das Image des Diesels verbessern zu können, berichtet das “Handelsblatt”.

Der Skandal um Tier- und Menschenversuche hat den Ruf von VW nach dem “Diesel-Gate” weiter ramponiert. Der Vorstand distanzierte sich von den Experimenten.

Die neuste Enthüllung allerdings zeigt, wie tief der Skandal reicht – und erhöht den Druck auf den Autohersteller.

Mehr zum Thema: Kinderarzt: Die Gesundheitsschäden von Abgasen sind unbestreitbar

Was ihr noch wissen müsst:

Bereits zuvor hatte “Spiegel Online” berichtet, dass mehrere Konzernmanager von den Versuchen gewusst hätten. Details nannte die Nachrichtenseite nicht.

Als Konsequenz aus dem Skandal beurlaubte VW-Konzernchef Matthias Müller den Cheflobbyisten des Autoherstellers, Thomas Steg.