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09/01/2018 13:03 CET | Aktualisiert 09/01/2018 15:11 CET

Vater postet Fotos seiner Tochter auf Facebook: Ihm droht eine Haftstrafe

Auch Kinder hätten ein Persönlichkeitsrecht, urteilte der Richter.

Layland Masuda via Getty Images
500 Bilder postete ein Vater auf Facebook - jetzt droht ihm bis zu ein Jahr Haft. (Symbolbild)
  • Ein Vater hat Fotos seiner dreijährigen Tochter auf Facebook geteilt
  • Jetzt steht er deshalb vor Gericht – weil er die Mutter nicht um Erlaubnis gefragt hatte

Einem Berliner Vater droht bis zu einem Jahr Haft, weil er Fotos von seiner dreijährigen Tochter im sozialen Netzwerk Facebook veröffentlicht hatte. Seine Ex-Frau, die das alleinige Sorgerecht für die gemeinsame Tochter hat, klagte den 43-Jährigen wegen eines Verstoßes gegen das Kunsturhebergesetz an, wie die Berliner Zeitung “BZ” berichtet.

Über 500 Bilder hatte der Vater auf seinem Facebook-Account geteilt – alle von seiner Tochter, die er fast ein Jahr nicht mehr gesehen hatte. Eigentlich war ihm ein Umgangsrecht zugesprochen worden. Doch die Mutter soll verhindert haben, dass der 43-Jährige seine Tochter treffen konnte.

“Das ist furchtbar. Ich habe nur die Fotos…”, versuchte der Vater sich laut der “BZ” vor Gericht zu verteidigen.

Der Vater vermutet hinter Klage einen Racheakt seiner Ex-Frau – es wäre nicht der erste Versuch, ihm durch eine Anzeige zu schaden. Seit der Trennung der beiden habe sie schon mehrere Verfahren gegen ihn eingeleitet, allerdings ohne Erfolg. 

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“Auch Kinder haben ein Persönlichkeitsrecht”

► Diesmal jedoch sieht es so aus, als könnte die Mutter mit ihrer Klage durchkommen. Denn nach § 22 KUG dürfen Fotos nur dann verbreitet werden, wenn der Abgebildete vorher einwilligt oder, wie im Fall der minderjährigen Tochter, das sorgeberechtigte Elternteil.

 “Auch Kinder haben ein Persönlichkeitsrecht”, betonte der mit dem Fall betraute Richter laut der “BZ”.

Bereits 2010 hatte das Amtsgericht Menden gegen einen Vater entschieden, der ohne Einwilligung der allein sorgeberechtigten Mutter 23 Fotos des gemeinsamen Kindes in einem sozialen Netzwerk geteilt hatte. Dieser Prozess endete allerdings nur in einem Verbot, nicht in einer Verurteilung des Vaters.

 

(best)

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