POLITIK
08/01/2018 17:51 CET | Aktualisiert 08/01/2018 23:06 CET

Union und SPD wollen Deutschlands Klimaziel für 2020 kippen

Top-News To Go.

dpa

Die Unterhändler von CDU, CSU und SPD wollen das deutsche Klimaschutzziel zum Kohlendioxid-Ausstoß bis 2020 offiziell aufgeben. 

Das ist passiert: 

► Union und SPD wollen das ohnehin nicht mehr erreichbare Ziel einer Reduzierung des CO2-Ausstoßes um 40 Prozent bis 2020 kippen, wenn sie erneut in einer Großen Koalition regieren.

► Mit einem Maßnahmenpaket soll stattdessen erreicht werden, dass die Lücke zu diesem Ziel so weit wie möglich geschlossen werden kann. 

► So solle eine Kommission einen Aktionsplan zum schrittweisen Ausstieg aus der Kohleverstromung erarbeiten, berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Darum ist es wichtig:

Auf eine solche Kommission hatte sich die jetzt noch geschäftsführende große Koalition bereits nach langem Hin und Her im November 2016 geeinigt, als Teil des Klimaschutzplans 2050.

Offiziell hält Deutschland bis heute am Vorhaben fest, seinen Kohlendioxid-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 reduzieren zu wollen – auch wenn schon seit längerem absehbar ist, dass die Zielmarke kaum noch erreichbar ist. 

Insbesondere CDU und SPD tun sich schwer, die Kohleverstromung zugunsten des Klimaschutzes massiv zurückzufahren. Sie befürchten in dem Fall hohe Arbeitsplatzverluste an ihren Kohlestandorten in West- und Ostdeutschland. 

Mehr zum Thema: Rabenschwarze Bilanz: Wie Angela Merkel beim Klimaschutz versagt hat

Was ihr noch wissen müsst: 

Aus der Opposition kommt Kritik am Plan der Sondierer:

“Das 40-Prozent-Klimaziel für 2020 wird zum ersten Opfer der neuen und alten GroKo”, erklärte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt auf Twitter. Die Entscheidung finde sie “unfassbar verantwortungslos”.

Auch Linken-Vorsitzende Katja Kipping kritisiert das Vorhaben. Sie bemerkt, “der erste Verlierer (der Sondierungsverhandlungen) ist der Klimaschutz”.

(ll)