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03/02/2018 22:18 CET | Aktualisiert 05/02/2018 07:36 CET

Schauspielerin Uma Thurman berichtet von versuchter Vergewaltigung durch Harvey Weinstein

Die Schauspielerin ist wütend.

Walter McBride via Getty Images
Uma Thurman.
  • Die Schauspielerin Uma Thurman hat sich der “New York Times” anvertraut und erzählt, was angeblich zwischen ihr und Skandal-Produzent Weinstein vorgefallen ist
  • Der Hollywood-Produzent soll versucht haben, sich an ihr zu vergreifen

Uma Thurman beißt die Lippen zusammen. Bei der Premiere ihres Films “The Parisian Woman” im November 2017 ist die Schauspielerin gerade nach den Enthüllungen über sexuelle Gewalt in Hollywood gefragt worden.

Sie habe gelernt, sagt Thurman – und betont dabei jedes Wort –, dass sie sich nicht gut ausdrücke, wenn sie wütend sei.

► “Ich werde sagen, was ich zu sagen habe, wenn ich weniger wütend bin”, betont Thurman. Der Zorn ist ihr ins Gesicht geschrieben.

Nun ist es soweit. Uma Thurman bricht ihr Schweigen.

► In einem Artikel für die “New York Times” mit dem Titel “Darum ist Uma Thurman so wütend” berichtet die Schauspielerin, was der Hollywood-Produzent Harvey Weinstein ihr angetan haben soll.

Mehrere Schauspielerinnen werfen Weinstein vor, sie sexuell belästigt oder gar vergewaltigt zu haben. Und auch Thurman gehört laut eigenen Aussagen zu den Opfern des einstigen Hollywood-Giganten.

Weinstein will Thurman in Sauna mitnehmen

Thurman lernt Weinstein während des Drehs von “Pulp Fiction” 1994 kennen. Der Filmklassiker machte auch den Produzenten reich und berühmt. Er habe ihr schon damals Komplimente gemacht, sagt Thurman, aber sie habe darin keine Warnzeichen gesehen.

► Die Situation sei erstmals in einem Hotelzimmer in Paris seltsam geworden.

Beide hätten sich wegen eines Skripts gestritten, als Harvey in seinem berüchtigten Bademantel aufgetaucht sei, von dem auch andere Missbrauchsopfer berichteten.

Er habe sie in eine Dampfsauna geführt. Als sie sich beschwert habe, was sie hier machten, sei Weinstein fluchend davongelaufen.

Attacke im Hotelzimmer

Die erste “Attacke” sei in einem Hotelzimmer in London passiert. Er habe sie bedrängt, zu Boden geworfen und dabei angefangen, sich selbst zu entblößen. 

“Er hat viele unangenehme Sachen gemacht”, beschreibt die Schauspielerin den Vorfall. Sie habe sich gegen ihn wehren müssen. 

Weinstein habe ihr am nächsten Tag einen großen Strauß Rosen geschickt. Thurman zufolge hat sie ihn bei einem weiteren Treffen vor den Folgen seines Verhaltens gewarnt.

Weinsteins Reaktion? Wie auch bei anderen Schauspielerinnen habe er damit gedroht, ihre Karriere zu zerstören, geht aus dem Artikel hervor. Weinstein bestreitet das.

Mehr zum Thema: Philosophin redet bei “Illner” sexuelle Gewalt klein – und bringt eine Feministin in Rage

Weinstein soll sich in Therapie befinden

Das Team des Produzenten nimmt auch Stellung zu den Vorwürfen in der “New York Times”. 

Der Produzent würde einräumen, er habe damals einen “Annäherungsversuch” gemacht, nachdem er Signale der Schauspielerin falsch verstanden habe. “Er hat sich sofort entschuldigt”, zitierte die Zeitung aus der Mitteilung.

Der Produzent wurde inzwischen von seiner Firma entlassen und auch von der Oscar-Akademie ausgeschlossen. Er soll sich in Therapie befinden.