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08/02/2018 10:08 CET | Aktualisiert 08/02/2018 11:26 CET

Frau gewinnt 455 Millionen Euro im Lotto und steht deshalb vor Gericht

Die Gewinnerin hat bereits eine Klage eingereicht.

  • Eine US-Amerikanerin hat im Lotto umgerechnet 455 Millionen Euro gewonnen
  • Da sie der Öffentlichkeit ihren Namen nicht nennen will, bekommt sie den Millionengewinn vorerst nicht
  • Oben im Video: Statistik zeigt, auf welche Zahlen du beim Lottospielen setzen solltest

Eine Frau aus dem US-Bundesstaat New Hampshire hat im Januar den Lotto-Jackpot geknackt: Sie gewann mit ihrem Schein eine Summe von 560 Millionen US-Dollar, umgerechnet 455 Millionen Euro. Doch jetzt steht die Frau vor Gericht.

► Der Grund: Das amerikanische Lotteriegesetz verlangt, dass der Name, die Stadt und der gewonnene Betrag von jedem Lottogewinner veröffentlicht werden. Die 455 Millionen Euro-Gewinnerin weigert sich jedoch, ihren Namen zu nennen. Das berichtet die amerikanische Zeitung “The Washington Post”

Ein Lottogewinn – Fluch und Segen zugleich?

Die Frau hat bereits einen Antrag an das zuständige Gericht verfasst. Wie der Bundesstaat auf einer Webseite berichtet, verlange die Frau von dem Gericht den Gewinn und das Recht anonym zu bleiben. Steven Gordon, der Anwalt der Millionengewinnerin, sagt: 

“Sie lebt schon sehr lange in New Hampshire und ist in ihrer Gemeinde sehr engagiert. Sie möchte ihre Arbeit in Ruhe weiterführen, ungestört zum Supermarkt gehen können und öffentliche Veranstaltungen besuchen können. Sie möchte nicht als Gewinnerin von mehreren Millionen Dollar bekannt sein.”

Wie die Zeitung berichtet, möchte sich die Frau vor allem vor Gewalt und Überfällen schützen.

Sie sei sich sicher, dass sie durch ihren Millionengewinn in den Fokus verschiedener Verbrecherbanden rücken würde.

Gewinnerin unterzeichnete den Schein bereits

Die Behörden von New Hampshire sind kritisch. Der Bundesstaat könne dem Wunsch nach Anonymität in bestimmten Fällen nachgehen. Lottogewinner könnten einen Vertrauten auswählen, der stellvertretend für sie in der Öffentlichkeit stehe und den Gewinn annehme.

Da die 455 Millionen Euro-Gewinnerin ihren Lottoschein aber bereits mit ihrem Namen unterschrieben hätte, sei das nicht mehr möglich. Das Gewinnerticket wäre dann ungültig.

Charlie McIntyre, Vorsitzender der New Hampshire Lotterie, sagt: 

“Wir verstehen, dass ein Lottogewinn ein lebensveränderndes Ereignis ist. Wir respektieren den Wunsch nach Anonymität, aber sowohl die Lotterie als auch der Staat müssen gewissen Regeln und Protokollen folgen.” 

Ehemalige Gewinner wurden umgebracht

In Amerika seien bereits mehrere Lottogewinner Opfer eines Überfalls geworden. 

Im November 2015 berichtete die “Washington Post” von Craigory Burch Jr., der einen Jackpot von umgerechnet 352.000 Euro knackte. Zwei Monate später sei der Mann von sieben maskierten Männern in seinem eigenen Haus umgebracht worden. Burchs Familie sei sich sicher, dass er dem Verbrechen aufgrund der öffentlichen Bekanntgabe seines Lottogewinns zum Opfer gefallen sei. 

Der amerikanische Sender “Fox News” berichtete von dem Fall von Abraham Shakespeare. 2006 gewann der Amerikaner 24 Millionen Euro beim Lottospielen. Zwei Jahre später wurde er von einer Frau, die sich als Biografin ausgab, getötet. 

Davor wolle sich die Gewinnerin aus New Hampshire schützen. 

Am 21. Februar wird das Gericht in New Hampshire entscheiden, ob die 455-Millionen-Euro-Gewinnerin Recht bekommt. 

In Europa ist es für Lottogewinner einfacher, anonym zu bleiben, da das Recht auf Privatsphäre im europäischen Gesetz verankert ist. 

(ujo)