WIRTSCHAFT
12/01/2018 10:40 CET | Aktualisiert 12/01/2018 14:20 CET

Zukunftsforscher Ulrich Reinhardt: Darum werden wir bald nur noch 4 Tage die Woche arbeiten

Die Arbeitswelt wird sich radikal verändern.

  • Die HuffPost berichtet am Freitag als Medienpartner vom Ludwig-Erhard-Gipfel 
  • Zukunftsforscher Ulrich Reinhardt erklärt, wie radikal sich die Arbeitswelt verändern wird
  • Das komplette Interview seht ihr im Video oben

Auf dem Ludwig-Erhard-Gipfel in Rottach-Egern am Tegernsee kommt am Freitag die Elite der deutschen Wirtschaft zusammen.

Auch dieses Jahr berichtet die HuffPost als Medienpartner von dem Event, das als “Jahresauftakt für Entscheider” gilt. 

Ulrich Reinhardt ist Zukunftsforscher und wissenschaftlicher Leiter der Stiftung für Zukunftsfragen in Hamburg. Ein Kernthema des 47-Jährigen: die Entwicklung der Arbeitswelt. 

Kommt die 4-Tage-Woche?

Die HuffPost hat Reinhardt gefragt, wie er sich den Arbeitsplatz der Zukunft vorstellt. 

“Auch in Zukunft muss natürlich die Wirtschaft und die Arbeit den Menschen dienen. Das heißt, der Mensch muss entscheiden, wie er in Zukunft seiner Erwerbstätigkeit nachgehen will”, sagt Reinhardt im Gespräch mit der HuffPost,

Dazu zähle nicht nur, Geld zu verdienen, “sondern auch die Sinnfrage.”

Zudem geht Reinhardt davon aus, dass wir in Zukunft - dank der Digitalisierung - von überall auf der Welt aus arbeiten können und keinen festen Platz in einem Büro mehr benötigen. Vielleicht auch nur noch an vier Tagen in der Woche. 

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass wir in Zukunft deutlich weniger arbeiten werden. Das wäre durchaus eine Entwicklung, die sich positiv auf unsere Gesellschaft auswirken würde.”

“Die Gefahr einer Spaltung ist sehr sehr groß”

Es gibt einen weiteren Trend, den Reinhardt auf uns zukommen sieht: Minijobs und befristete Arbeitsverhältnisse werden noch an Bedeutung gewinnen. 

Mit einem großen Risiko für die Gesellschaft. “Die Gefahr einer Spaltung ist sehr sehr groß”, erklärt Reinhardt.

“Einerseits haben wir diejenigen, die vorbereitet sind auf den Arbeitsmarkt, die ihn gestalten werden und dann diejenigen, die ohnehin in prekären Arbeitsverhältnissen leben werden und sich von einem Job zum nächsten hangeln.”

Diese Menschen werden dann mehrere Jobs ausüben müssen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Reinhardt mahnt, dass über neue Instrumente der sozialen Sicherung nachgedacht werden müsse. Aber er gibt sich optimistisch, dass diese gefunden werden. “Ich bin sehr sicher, dass wir in Zukunft irgendwann ein bedingungsloses Grundeinkommen haben werden.”

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 (lp)

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