POLITIK
30/01/2018 13:14 CET

Nach Übergriff auf 9-Jährige: Mutter erhebt schwere Vorwürfe gegen Schule

Die Schülerin soll "kreidebleich und voller Angst" gewesen sein

romrodinka via Getty Images
Das Kind soll "kreidebleich" und "voller Angst" nach Hause gekommen sein. 
  • Im mittelfränkischen Zirndorf soll es einen Übergriff auf eine 9-Jährige Schülerin gegeben haben
  • Die Mutter des Kindes erhebt jetzt schwere Vorwürfe gegen die Schule

Es ist die absolute Horrorvorstellung eines jeden Elternteils: Auf dem Weg in die Schule wird das eigene Kind von einem Unbekannten angesprochen und belästigt.

Für eine 28-Jährige Mutter aus Zirndorf in Franken ist diese Vorstellung jetzt Realität geworden.

Denn auf dem morgendlichen Weg in die Dependance-Grundschule soll sich ein bislang Unbekannter ihrer Tochter genähert und sie körperlich angegangen haben – und das nur wenige hundert Meter von der Schule entfernt. Darüber berichtet der “Nordbayerische Kurier”.

Druckstellen an den Handgelenken und ein Schock

Demnach zerrte der Mann an der Neunjährigen herum und soll außerdem versucht haben, sie gegen ihren Willen mitzunehmen. Das berichtete die aufgebrachte Tochter ihrer Mutter. Das Kind erlitt demnach Druckstellen an den Handgelenken und einen leichten Schock.

Glücklicherweise gelang es dem Mädchen sich von ihrem Angreifer loszureißen und zur nahegelegenen Schule zu fliehen. Dort soll sie sich nach Angaben der Mutter ihrer Religionslehrerin anvertraut haben.

Und genau ab diesem Punkt wird es für die Mutter des Kindes problematisch.

Sie wirft der Schule vor, sich nicht ausreichend für die Situation interessiert zu haben.

Ihre Tochter soll von der Lehrerin zwar in den Arm genommen und getröstet worden sein, unternommen habe man allerdings nichts. Auch nicht, nachdem sich die 9-Jährige in der zweiten Schulstunde bei der Klassenlehrerin meldete.

Weil sich der Vorfall außerhalb des Schulgeländes ereignet hatte, soll man ihr gesagt haben, dass man hier nicht tun könne.

Schulleiterin sprich von “zeitnaher” Reaktion

Eigentlich sofort ein klarer Fall für die Polizei. Doch an der Dependence-Grundschule ließ man sich scheinbar Zeit, bevor man die Mutter und die Beamten benachrichtigte.

Die Schulleiterin Meike Wenzl bestätigte dem “Nordbayerischen Kurier”, von dem Vorfall gehört zu haben. Allerdings habe ihr zufolge die Neunjährige nach den Gesprächen mit ihren Lehrerinnen “unaufgeregt” und “gelöst” gewirkt.

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“Als ich über den Fall informiert wurde, habe ich sofort die Polizei und die Mutter angerufen”, erklärte Wenzel der Zeitung. Auf die Frage, wann das gewesen sei, sagte die Schulleiterin, es sei zeitnah gewesen.

Dem widerspricht die Mutter: Sie sagt, die Schule habe sie erst am Dienstagmittag über den Vorfall unterrichtet. Also mehr als 24 Stunden nach dem Übergriff auf ihre Tochter später – und das obwohl die Tochter sich zwei Lehrerinnen anvertraut habe.

“Kreidebleich und voller Angst”

“Als meine Tochter am Montag nach Hause kam, habe ich die Schule angerufen und mich tierisch aufgeregt”, erklärte die Mutter dem “Nordbayerischen Kurier”. Erreicht habe sie allerdings nur die Konrektorin. Schulleiterin Wenzel habe erst am Dienstag zurückgerufen.

Auch habe ihre Tochter keineswegs “gelöst” gewirkt. “Sie war kreidebleich und voller Angst”, erklärte die 28-jährige Mutter.

Zusammen sollen beide noch am Montagnachmittag die Polizei über den Fall informiert haben. Auf der Wache nahm man sofort eine Anzeige auf und erklärte der Mutter, man werde sich eigenständig bei der Rektorin melden.

Polizei verzichtet auf öffentliche Täterbeschreibung

Zwar soll die Neunjährige den Täter laut ihrer Mutter exakt beschreiben können, allerdings verzichtet die Polizei in Zirndorf auf eine öffentliche Täterbeschreibung zu Fahndungszwecken. Laut des “Nordbayerischen Kurier” könnte das laufende Ermittlungen gefährden.

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Auf die Frage, ob es bereits einen Tatverdächtigen gebe, sagte die örtliche Polizeisprecherin Alexandra Federl am vergangenen Freitag der Zeitung: “Dazu kann ich jetzt nichts sagen.”

Wer Angaben zu dem Vorfall machen kann, erreicht den Kriminaldauerdienst Mittelfranken unter der Rufnummer 0911/2112-3333.

tb