POLITIK
11/01/2018 23:12 CET | Aktualisiert 12/01/2018 08:00 CET

Trump wütet in Meeting: "Warum kommen Leute aus Drecksloch-Ländern hierher?"

Und wieder einmal gehen die Pferde mit dem US-Präsidenten durch...

SAUL LOEB via Getty Images
Spricht über Einwanderer wie ein Kolonialherr: US-Präsident Donald Trump
  • In den USA wird derzeit von Republikanern und Demokraten über eine mögliche Reform der Einwanderungsgesetze verhandelt
  • Laut einem Medienbericht wütete US-Präsident Trump mit heftigen Worten gegen Migranten aus Afrika, El Salvador und Haiti

Donald Trump macht Ernst. 

Der US-Präsident will in diesem Jahr die von ihm versprochenen Verschärfungen in der Migrationspolitik durchbringen.

Deshalb hat er nicht nur den US-Kongress um 18 Milliarden Dollar für seine Mauer an der mexikanischen Grenze gebeten – er verhandelt dieser Tage auch gemeinsam mit Republikanern und Demokraten über eine mögliche Reform der Einwanderungsgesetze

Eine Aufgabe, die Trump scheinbar so frustrierte, dass er ausfällig wurde. 

“Drecksloch-Länder”

Der Präsident sei am Donnerstag an die Decke gegangen, als ihm während eines Meetings der Vorschlag unterbreitet wurde, Migranten aus Haiti, El Salvador und mehreren afrikanischen Ländern besonders zu schützen, berichtet die “Washington Post”

Sie zitiert zwei über das Meeting informierte Mitarbeiter der Regierung, laut denen Trump gepoltert habe: “Warum kommen all diese Leute aus Drecksloch-Ländern hierher?” 

Stattdessen sollten die USA doch mehr Leute aus Norwegen ins Land bringen, habe Trump anschließend hinzugefügt. Erst am Mittwoch hatte Norwegens Premierministerin den US-Präsidenten in Washington getroffen. 

➨ Mehr zum Thema: Norwegische Premierministerin ringt Trump Klima-Versprechen ab

Trumps Worte bestürzen die Anwesenden

Laut der “Washington Post” seien die an dem Meeting mit Trump teilnehmenden Politiker von dessen Aussagen bestürzt gewesen. 

► Dabei sind diese nicht überraschend.

Erst vor wenigen Tagen sagte Trump, alle Flüchtlinge aus afrikanischen Ländern hätten Aids und würden niemals wieder “in ihre Hütten zurückkehren”, wenn sie erst einmal die USA gesehen hätten. 

Einwanderern aus muslimischen Ländern unterstellte Trump im vergangenen Jahr, sie seien Terroristen. Und Mexikaner denunzierte er verallgemeinernd als Vergewaltiger

Trotz all dieser Äußerungen berichten die US-Medien, dass sich Demokraten und Republikaner mit Trump bald auf einen Kompromiss beim Thema Migration einigen könnten. 

Tatsächlich hatte Trump am Mittwoch schon aus Versehen einem Vorschlag der demokratischen Senatorin Dianne Feinstein zugestimmt. Erst ein beherztes Eingreifen eines Parteikollegen des US-Präsidenten erinnerte ihn daran, dass er sich nicht auf die Seite einer Demokratin schlagen sollte. 

Vielleicht war es dieser peinliche, von TV-Kameras aufgezeichnete, Fauxpas, der Trump am Donnerstag dann so zur Weißglut kommen ließ.  

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(mf)

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