POLITIK
23/01/2018 20:11 CET | Aktualisiert 24/01/2018 07:06 CET

Neues Enthüllungsbuch: Mitarbeiter halten Trump für verhaltensgestört

Präsident Widerwillen.

Kevin Lamarque / Reuters
Immer noch der Präsident der USA: Donald Trump 
  • Ende des Monats erscheint ein neues Enthüllungsbuch über das Weiße Haus
  • Es enthält brisante Passagen über US-Präsident Trump – und dessen Ansehen bei seinen Mitarbeitern

Donald Trump hat in mehreren Interviews zugegeben, dass er keine Zeit (oder Lust) habe, Bücher zu lesen. Er sollte besser damit anfangen.

Denn nach dem brisanten Bestseller “Fire and Fury”, der pikante private Details über den US-Präsidenten preisgab, folgt nun ein weiteres Enthüllungsbuch, das über das Chaos im Weißen Haus informiert: “Media Madness: Donald Trump, The Press, And The War Over The Truth”, von dem Fox-News-Journalisten Howard Kurtz. 

Der “Washington Post” liegen erste Auszüge aus dem Buch vor – und die stellen Trump als einen unheimlich nervenden Chef dar. 

Trumps “trotzige Störung”

Denn, so schreibt es Kurtz laut der “Washington Post”, viele von Trumps Mitarbeitern würden den Präsidenten für verhaltensgestört halten. Sie würden Trump eine “defiance disorder” – eine “trotzige Störung” – unterstellen. 

Denn, so heißt es in Kurtz’ Buch, was auch immer Trumps Berater ihm vorschlagen würden, der US-Präsident mache immer genau das Gegenteil davon. Er sei nicht in der Lage, Kritik oder Vorschläge anzunehmen. 

Mehr zum Thema: Wie Donald Trump versucht, dem Einfluss seiner Berater zu entkommen

Kurtz beschreibt dieses angebliche Verhalten Trumps in absurden Episoden:

► So sei im Weißen Haus im vergangenen Jahr ein Meeting über den Umgang mit Transgender-Personen im US-Militär angesetzt gewesen.

Doch zu dem Treffen sei es laut Kurtz nie gekommen – denn zur Überraschung seiner Mitarbeiter hatte Trump am frühen Morgen schon verkündet, dass er Transgender nicht als Soldaten zulassen wolle

Reince Preibus, Trumps ehemaliger Stabschef, soll ausgerufen haben: “Oh mein Gott, er hat es einfach getwittert!”

► Zu Beginn seiner Amtszeit habe Trump seinen kompletten Stab zudem damit überrascht, dass er spät in der Nacht auf Twitter ohne jeden Beweis behauptete, sein Vorgänge Barack Obama habe ihn im Wahlkampf abhören lassen. 

Kurtz schreibt dazu laut “Washington Post”: “Niemand im Weißen Haus wusste, wie sie darauf reagieren sollten.”

Die Beruhigungsformel für Trump

Nur eine Beraterin Trumps sei in der Lage, den Präsidenten zu beruhigen, wenn er sich wieder einmal in Rage gebracht habe, behauptet Kurtz: Kellyanne Conway

Oft seien es Kleinigkeiten, die Trumps Wut provozieren würden – so wie die angeblichen Lügen der Medien über die Größe der Menschenmenge bei seiner Vereidigung

Conway habe für Momente wie diesen laut Kurtz’ Buch eine Formel bereit, schreibt die “Washington Post”. Die Beraterin sage dann zur ihrem Chef: “Du bist groß. Das hier ist klein.” 

Im Fall der Berichte über die Amtseinführung habe dieser Trick dazu geführt, dass Trump seinen Fehler eingesehen und sich sogar dafür entschuldigt habe – ein Vorgang, der bei dem US-Präsidenten öffentlich noch nie vorgekommen ist. 

Mehr zum Thema: Das erste Jahr der Trump-Präsidentschaft – ein Rückblick in Magazincovern

(jg)