POLITIK
29/12/2017 17:46 CET | Aktualisiert 30/12/2017 13:25 CET

Medienbericht: Berater befürchten einen entfesselten Trump im Jahr 2018

Wird der US-Präsident 2018 einen Krieg provozieren?

MANDEL NGAN via Getty Images
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  • Laut der Nachrichtenseite “Axios” fürchten Trumps Berater, dass der US-Präsident im Jahr 2018 vollkommen entfesselt auftreten wird
  • Trump könnte die USA in einen weltweiten Handelskrieg führen – und einen Militärschlag gegen Nordkorea planen

Donald Trumps bisherige Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten war ein beispielloses Chaos. Das liegt vor allem an der wirren Persönlichkeit Trumps, an seinem Sexismus, Rassismus und seinen Attacken auf die Medien

Die Person Trump ist skandalös. Der Politiker Trump hingegen ist bisher weitgehend klassisch-konservativ aufgetreten. Seine Errungenschaften: 

► Die Ernennung dutzender konservativer Richter. 

► Massive Deregulierungen und die Abschaffung von über 100 Verordnungen aus der Obama-Ära.

► Eine umfassende Steuerreform, die massive Steuersenkungen für Unternehmen und reiche US-Bürger beinhaltet. 

➨ Mehr zum Thema: Trump hält sich für den tüchtigsten Präsidenten aller Zeiten – hat er Recht?

Die radikaleren Ideen Trumps – die Mauer nach Mexiko, Strafzölle für Exportnationen und Militärschläge gegen Nordkorea – wurden bisher nicht umgesetzt. 

Noch nicht. 

Denn wie die US-Nachrichtenseite “Axios” berichtet, fürchtet Trumps Umfeld, dass der US-Präsident im Jahr 2018 einen radikalen Kurswechsel anstrebt. 

Angst vor einem Trump ohne Hemmungen

Bisher sei es den zwar streng konservativen aber politisch gemäßigten Beratern Trumps um dessen Stabschef John Kelly gelungen, den US-Präsidenten auf einer konventionellen Linie zu halten, schreibt “Axios”. 

Jetzt seien es genau diese Berater, die fürchten würden, dass Trump im kommenden Jahr jede Vorsicht fahren lassen wird. Laut “Axios” geht im Weißen Haus die Sorge um, dass Trumps Instinkte die Überhand gewinnen könnten. 

Doch was würde das bedeuten? 

► “Axios” schreibt, dass Trump in privaten Meetings Strafzölle auf Importe von Stahl und Aluminium fordere – eine Maßnahme, die auch Deutschland treffen könnte

► Entgegen des Rats seines Außenministers Rex Tillerson und seines Wirtschaftsberaters Gary Cohn wolle Trump auch einen Handelskrieg mit China vom Zaun brechen. 

► Laut “Axios” wird Trump im kommenden Jahr zudem versuchen, die Grenzmauer nach Mexiko durchzusetzen und legale Einreisen in die USA zu beschränken

► Die größte Sorge der Trump-Berater sei jedoch Nordkorea. Mehrere ranghohe Mitarbeiter sollen “Axios” berichtet haben, dass sie Trumps kriegstreiberisches Gehabe in dem Konflikt nervös mache.  

Wird Trump 2018 einen Krieg beginnen? 

Das liege auch daran, dass Trump in jedem Regierungstreffen zu Nordkorea stets großes Interesse an militärischen Lösungen des Konflikts zeige, schreibt “Axios”. 

Der US-Präsident sei laut seinen Beratern geradezu fixiert auf die Option eines Militärschlages gegen das Kim-Regime.

Mehr zum Thema: Wie ein Krieg zwischen den USA und Nordkorea unbemerkt jeden Tag wahrscheinlicher wird

Tatsächlich hat Trump zuletzt auf Twitter wieder scharf gegen Nordkorea geschossen.

So warf er dessen Verbündeten China vor, dem Regime trotz vereinbarter Sanktionen weiter Öl zu liefern und so eine “freundliche Lösung” des Konflikts zu verhindern.

Mehr zum Thema: Dass die nordkoreanische Diktatur noch existiert, liegt auch an einer großen Angst Chinas

Wenig später teilte Trump zudem ein Video, dass einen Interviewausschnitt aus dem Jahr 1999 zeigt, in dem der heutige Präsident einen Militärschlag gegen Nordkorea fordert. 

Trumps ominöser Kommentar zu dem Video: “Ich habe es schon seit langer, langer Zeit gesagt.” 

(ll)