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07/02/2018 14:21 CET | Aktualisiert 07/02/2018 14:27 CET

Tödliche Gefahr aus der Dusche: So schützt ihr euch vor Legionellen

Bis zu 30.000 Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr an der gefährlichen Legionärskrankheit.

Choreograph via Getty Images
Legionellen können zwei Krankheitsbilder auslösen.
  • Legionellen sind Bakterien, die sich in unserem Trinkwasser vermehren
  • Sie lösen schwere Erkrankungen aus, die sogar zum Tod führen können

Die Trinkwasserqualität in Deutschland ist hoch. Dennoch lauert in jeder Wasserleitung eine tödliche Gefahr – Legionellen.

Dabei handelt es sich um stäbchenförmige Bakterien, die beim Menschen die lebensgefährliche Legionärskrankheit auslösen können.

Wie das Robert-Koch-Institut mitteilt, werden seit der Meldepflicht 2011 jedes Jahr etwa 600 Fälle der Legionärskrankheit in Deutschland erfasst. Die Dunkelziffer liege jedoch deutlich höher – zwischen 15.000 und 30.000 Erkrankungen.

Die Legionärskrankheit kann tödlich enden

Zwei Krankheitsbilder nennt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung als Folge von Legionellen:

► Die Legionärskrankheit ist eine davon. Es handelt sich um eine schwere Lungenentzündung. Häufige Symptome sind Brust- und Kopfschmerzen sowie Husten und Schüttelfrost. Hohes Fieber ist ebenfalls ein Hinweis auf die Krankheit. Zudem kommt es zu Benommenheit. Auch Durchfall und Erbrechen sind möglich.

► Die Krankheit kann sehr schwer verlaufen. Jeder zehnte Betroffene stirbt. Menschen mit geschwächtem Immunsystem und ältere Menschen sind besonders gefährdet.

Auch das Pontiac-Fieber kann als Folge des Kontakts mit dem Erreger auftreten. Dabei kommt es zu grippeähnlichen Symptomen. Das Pontiac-Fieber ist häufiger als die Legionärskrankheit, verläuft jedoch wesentlich milder und ist nach zwei bis fünf Tagen abgeklungen.

Wo lauert die Gefahr?

Legionellen werden immer dann gefährlich, wenn das von ihnen befallene Wasser zerstäubt wird oder in Form von Nebel seinen Weg in die Luft findet.

► Dann atmen wir nämlich die Tröpfchen mit den Legionellen ein und können krank werden.

Deshalb ist die Ansteckungsgefahr unter der Dusche besonders hoch. Auch durch Luftbefeuchter und Wasserhähne können wir uns mit dem Erreger infizieren. 

Öffentliche Schwimmbäder sind ebenfalls eine mögliche Ansteckungsquelle. Hier kann befallenes Wasser über Rutschen, Fontänen, Wasserfälle und Whirlpools in die Luft gelangen.

Beim Trinken ist die Ansteckung mit Legionellen nicht möglich – nur, wenn das Wasser beim Verschlucken versehentlich in die Lunge gelangt.

Von Mensch zu Mensch wurde eine Ansteckung bislang nicht beobachtet.

Legionellen in Wohnhäusern: So schützt ihr euch

Auch zu Hause lauert Gefahr durch Legionellen: In den Wasserleitungen finden die Erreger ideale Wachstumsbedingungen. Wer sich zu Hause vor dem Krankheitserreger schützen will, muss laut der Bundeszentrale einige Dinge beachten:

► Falls ein Wohnhaus über einen zentralen Warmwasser-Speicher verfügt, muss die Temperatur im Boiler mindestens auf 60 Grad Celsius eingestellt werden. In den Rohren darf das Warmwasser an keiner Stelle kälter sein als 55 Grad.

Legionellen vermehren sich nämlich am besten bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius. Bei Temperaturen über 60 Grad sterben sie ab. Unter 20 Grad breiten sie sich kaum aus, wie die Bundeszentrale berichtet.

Wasserleitungen müssen regelmäßig genutzt werden. Sogenannte Totstränge, also Stellen in der Leitung, an denen das Wasser lange stillsteht, sind besonders gefährdet, verstärkt von Legionellen befallen zu werden.

Auch wer lange Zeit nicht zu Hause war, sollte aufpassen. In den letzten Metern vor dem Wasserhahn vermehren sich Legionellen nämlich besonders stark. Sind Leitungen lange ungenutzt gewesen, sollte man die ersten Liter vorsichtig ablaufen lassen.

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