ELTERN
18/01/2018 16:24 CET | Aktualisiert 01/02/2018 12:37 CET

Studie zeigt: Zweitgeborene Kinder werden eher straffällig

"Sie landen eher einmal im Gefängnis, werden von der Schule suspendiert oder rutschen in die Jugendkriminalität ab."

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Tausende Brüder-Paare in Dänemark und im US-Bundesstaat Florida wurden untersucht.
  • Laut einer neuen Studie machen zweitgeborene Kinder mehr Ärger als das erste Kind
  • Die Gründe dafür sind wohl in den ersten Lebensjahren verankert

Wie sich ihr Kind entwickelt, das wissen die Eltern in den ersten Lebensjahren meist nicht. Einen kleinen Hinweis darauf könnte jedoch eine neue Studie des Massachusetts Institutes of Technology (MIT) geben

► Demnach besteht bei zweitgeborenen Kindern eine 20 bis 40 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, dass sie in der Schule auffällig oder später straffällig zu werden. 

Forschungsleiter Joseph Doyle sagte dem US-Radiosender “NPR”: “Sie landen eher einmal im Gefängnis, werden von der Schule suspendiert oder rutschen in die Jugendkriminalität ab.“

Getestet wurden nur Brüder-Paare

Die Studie wurde allerdings nur unter männlichen Geschwisterpaaren durchgeführt: Tausende Brüder-Paare in Dänemark und im US-Bundesstaat Florida wurden untersucht.

Laut dem Nachrichtenportal “Express” deshalb, weil es vor allem Jungen seien, die straffällig werden. Inwieweit das Studienergebnis auch für Mädchen gilt, wissen die Forscher nicht. 

Die Gründe für die höhere Kriminalität von Zweitgeborenen lassen sich laut den Forschern in den ersten Lebensjahren finden: Ausschlaggebend soll in dieser Zeit nämlich vor allem die Aufmerksamkeit der Eltern sein. 

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Erstgeborene bekommen mehr Zuwendung von ihren Eltern

Der Forschungsleiter erklärt im Interview mit “NPR”, Erstgeborene bekämen in den ersten zwei bis vier Lebensjahren die ungeteilte Zuwendung der Eltern.

Die Zweitgeborenen müssten dagegen um die Zeit der Eltern mehr konkurrieren - und würden sich zudem an ihren älteren Geschwistern, also an “irrationalen Zweijährigen“ orientieren.  Erstgeborene nähmen sich dagegen vor allem ihre Eltern, also Erwachsene zum Vorbild.

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(amr)