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08/02/2018 07:36 CET | Aktualisiert 08/02/2018 10:45 CET

Studie behauptet: Mehr Kriminalität durch Flüchtlinge in Deutschland

Es gehe dabei vor allem um Eigentumsdelikte.

  • Eine Studie eines wirtschaftsnahen Forschungsinstituts kommt zu dem Schluss, dass Flüchtlinge die Kriminalitätsrate in Deutschland erhöht haben
  • Ein Grund dafür sei die geringe Chance auf wirtschaftliche Integration der Neuankömmlinge
  • Im Video oben: So hat sich die Kriminalität 2017 durch und gegen Flüchtlinge entwickelt

“Zuwanderer sind nicht krimineller als Deutsche” – das ist die Position des Bundesinnenministeriums zu der Frage, ob die Kriminalität in Deutschland durch Flüchtlinge zunimmt. 

Doch eine neue Studie des RWI-Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung, die der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (“FAZ”) vorliegt, zieht diese Behauptung nun in Zweifel. 

Denn die Forscher kommen zu dem Schluss: Die Kriminalitätsrate in Deutschland steige tatsächlich durch den Zuzug von Flüchtlingen. 

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Es geht vor allem um Diebstahl und Betrug

Der RWI-Forscher Fabian Dehos hat für seine Studie die Daten der Zuwanderung, des Ausländerzentralregisters und der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik je nach Landkreis differenziert betrachtet. 

 Wichtig ist: Der Datensatz umfasst nur die Jahre 2010 bis 2015 – über den aktuellen Zusammenhang zwischen Migration und Kriminalität kann die Studie also nichts aussagen. 

► Doch für den untersuchten Zeitraum lautet Dehos’ Fazit: “Asylbewerber erhöhen die Kriminalitätsrate nicht, anerkannte Flüchtlinge hingegen schon.”

Zwar sei bei Asylbewerbern auch eine Häufung von Straftaten festzustellen, diese seien jedoch häufig “migrationsspezifisch”, also etwa Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz.

► Rechnet man diese heraus, findet Dehos keine Erhöhung der Kriminalitätsrate.

Ein anderes Bild gibt es aber bei den anerkannten Flüchtlingen. “Durch ihre Zuwanderung steigt die Kriminalität in einem Kreis“, sagte Dehos der “FAZ”.

Es gehe dabei vor allem um Eigentumsdelikte wie Diebstahl und Betrug, nicht um Gewaltverbrechen.

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Forscher spricht von kriminellen Migrantenmilieus

Die unterschiedliche Auswirkung auf die Kriminalitätsrate durch Asylbewerber und Flüchtlinge erklärt sich Dehos mit deren Verteilung auf Deutschland. 

Asylbewerber dürfen sich in der Bundesrepublik nur in ihnen zugeteilten Bundesländern aufhalten. Anerkannte Flüchtlinge können sich frei im Land bewegen. 

“Der Anstieg der Kriminalität ist durch diejenigen Flüchtlinge getrieben, die in Regionen ziehen, in denen schon viele Migranten gleicher Nationalität leben“, sagte Dehos der “FAZ”. 

Er spricht von “migrantenmilieus mit erhöhter Kriminalität” in Großstädten wie Berlin, Hamburg, München und Köln sowie im Ruhrgebiet und der Rhein-Main-Region.

Außerdem verweist Dehos auf das geringe Bildungsniveau der Zuwanderer, die dadurch weniger Chancen auf wirtschaftliche Integration haben.

► Ohne Arbeitsplatz sei ein Abrutschen in die Kriminalität wahrscheinlicher, sagte der Forscher.

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(mf)