POLITIK
21/01/2018 12:37 CET | Aktualisiert 21/01/2018 16:15 CET

Bundesparteitag: SPD-Chef Schulz prahlt mit Telefonat mit Macron

Schulz und seine Telefonate.

  • SPD-Chef Schulz berichtet in seiner Rede in Bonn von einem Telefonat mit dem französischen Präsidenten
  • Statt zu applaudieren, stöhnt das Publikum kurz auf
  • Im Video oben seht ihr die Szene

Wenn SPD-Chef Martin Schulz eines lieber tut, als zu telefonieren, dann ist es, darüber zu reden, mit wem er telefoniert.

Schon beim TV-Duell vor der Bundestagswahl sorgte der SPD-Chef für spöttische Kommentare, als er gleich drei Mal auf Telefongespräche verwies, die er in den vorangegangenen Tagen mit den Mächtigen von Merkel bis Maas geführt habe.

Auch auf dem SPD-Bundesparteitag in Bonn wiederholte Schulz dieses Stilmittel. Er wollte den Delegierten vor der so wichtigen Abstimmung über Koalitionsverhandlungen mit der Union von einem Telefonat mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron berichten. 

“Macron hat mich gestern angerufen und hofft auf eine GroKo”, rief Schulz den Genossen zu. Statt dem wohl erwarteten Jubel erntete der SPD-Chef allerdings nur ein müdes Aufstöhnen und vereinzeltes Gelächter.

Dennoch wartete Schulz etwa fünf Sekunden auf ein Klatschen – doch es blieb aus.

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“Geist des Neoliberalismus muss ein Ende haben”

Dabei wollte Schulz auf eine der großen Errungenschaften der Sozialdemokraten in den Sondierungen hinweisen: den starken Fokus auf Europa.

“Viele Millionen Menschen wird es betreffen, wie sich Deutschland in Europa positioniert”, sagte Schulz. Die SPD habe in den Sondierungen ein soziales und mutiges Europa durchgesetzt.

“Das ist das Ende einer deutschen Europapolitik, die an vielen Punkten nur ein Wort kannte: ‘Nein’”, betonte der SPD-Chef. Stattdessen wolle die SPD ein “Ja” zu mehr Investitionen und zu europäischen Mindestlöhnen durchsetzen.

Applaus bekam er für eine andere Forderung: “Der Geist des Neoliberalismus muss endlich ein Ende haben in Europa und wir können das erreichen”

Der liberale Emmanuel Macron wird das skeptisch sehen. 

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