Das geht jeden etwas an – so schaffst du es, keine Lebensmittel mehr wegzuwerfen

Jahr für Jahr landen hierzulande 18 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Und das, während gleichzeitig rund eine Milliarde Menschen auf der Welt an Hunger leiden. Höchste Zeit also, der Lebensmittelverschwendung den Kampf anzusagen! Zusammen mit RaboDirect Deutschland haben wir Tipps und Tricks gesammelt, die Dir helfen, wenn du einen Teil dazu beizutragen möchtest.

Schlau einkaufen

Lebensmittelverschwendung beginnt oft schon im Supermarkt: Wir kaufen oft viel mehr, als wir tatsächlich brauchen. Mit der richtigen Planung kannst du das verhindern:

  • Schreibe eine Einkaufsliste, die du später im Laden gezielt abhaken kannst. Und zwar, nachdem du genau deine Vorräte gecheckt hast. Auf die Liste kommen nur Dinge, die du sicher in den nächsten Tagen brauchen wirst. Du solltest also grob planen, was du wann kochen willst. Überlege dabei schon im Voraus, wie du die schnell verderblichen Lebensmittel verwerten kannst, die einmal angebrochen sind. Beispiel: Wenn du fürs Abendessen nur einen Schuss Sahne brauchst, solltest du für den nächsten Tag ein Rezept auswählen, bei dem du den Rest verwendest.
  • Esse vor dem Losgehen am besten eine Kleinigkeit. So vermeidest du hungrige Hamsterkäufe.
  • Nimm so oft wie möglich das Fahrrad statt das Auto zum Supermarkt, greife lieber zum Korb statt zum Einkaufswagen. Wer seine Einkäufe schleppen muss, hat ein realistischeres Gefühl dafür, wie viel er eigentlich kauft.
  • Kaufe Obst und Gemüse möglichst regional und saisonal. Dann hält es in der Regel länger als Produkte, die schon eine längere Flugstrecke hinter sich haben.
  • Wenn du Freunde zum Essen einlädst und nicht sicher bist, welche Menge du einkaufen sollst, gilt die Faustregel: Lieber beim Hauptgericht sparen als bei den Beilagen. Denn zum einen verderben tierische Produkte wie Fleisch, Fisch und Milchwaren schneller als Nudeln, Kartoffeln, Reis und Co. Und zum anderen lassen sich zubereitete Beilagen oder übriggebliebenes, nicht mehr ganz so frisches Obst und Gemüse besser weiterverarbeiten. Zum Beispiel zu Aufläufen, Suppen, Shakes und Smoothies.

Vorräte organisieren

Klar: Wenn Käse schimmelt oder Obst fault, haben wir keine andere Wahl, als es wegzuwerfen. Damit es aber gar nicht erst so weit kommt, solltest du den perfekten Überblick über deine Vorräte haben.

  • Informiere dich, wie man welche Lebensmittel am besten lagert, damit sie länger halten. Zwiebeln und Kartoffeln zum Beispiel haben es gerne dunkel, aber nicht zu kalt. Tomaten und Südfrüchte wie Mango, Ananas und Zitronen gehören ebenfalls nicht in den Kühlschrank. Beeren, Salate und Pilze dagegen schon.
  • Nutze das Mindesthaltbarkeitsdatum als Richtwert. Nur weil ein Lebensmittel abgelaufen ist, heißt das nicht, dass du es nicht mehr essen kannst – ob etwas wirklich in den Müll gehört, kannst du am Aussehen, am Geruch und am Geschmack erkennen: Fällt dir da nichts unangenehm auf, kannst du das Lebensmittel noch essen. Das aufgedruckte Datum dient lediglich als Orientierungshilfe, damit du siehst, welche Lebensmittel du als nächstes verbrauchen solltest.
  • Ordne deinen Kühlschrank. Nach hinten kommen die ungeöffneten Lebensmittel, die noch lange haltbar sind, nach vorne die geöffneten oder die, bei denen das Mindesthaltbarkeitsdatum näher rückt. Klingt banal, hilft aber, Kühlschrankleichen wie die halb verbrauchte Fertigsoße oder den vergessenen Rest Saft zu vermeiden, die man irgendwann angeekelt beim nächsten Großputz entsorgt.
  • Richte eine „Bald essen“-Kiste ein. Die stellst du gut sichtbar in deine Küche (z.B. auf die Arbeitsplatte) und füllst sie zu Beginn jeder Woche mit den Dingen auf deinem Vorratsschrank, die da schon ewig verstauben oder die bald ablaufen. Ende der Woche solltest du alles verbraucht haben. Das vermeidet nicht nur Verschwendung, sondern inspiriert auch zu neuen Rezepten.
  • Du merkst, dass du nicht alle Lebensmittel, die bald ablaufen, rechtzeitig verwenden kannst? Die Lösung: der Gefrierschrank. Viele Lebensmittel, zum Beispiel rohes Fleisch, Gemüse (am besten vorher kurz blanchieren) oder Kräuter, aber auch Milch lassen sich direkt einfrieren und halten dann länger. Sogar Eier kann man, ohne Schale und zum Beispiel direkt zu Rührei-Portionsgrößen verquirlt, einfrieren. 

Reste verwerten

Halte dich an Rezepte und Packungsangaben und benutze (zum Beispiel für Spaghetti) Portionierungs-Hilfen, damit du es schaffst, deinen Teller leer zu essen. Es ist trotzdem etwas übriggeblieben? Das ist besser als Wegwerfen:

  • Im Kühlschrank lagern – und zwar am besten in Einweckgläsern aus Glas. Darin bleibt Essen noch länger frisch als in Plastik.
  • Einfrieren. Besonders gut klappt das bei Suppen und Soßen.
  • Weiterverarbeiten. Übrig gebliebene Nudeln, Reis und Kartoffeln zum Beispiel schmecken am nächsten Tag als Auflauf oder in der Pfanne gebraten. Aus Gemüse werden leckere Suppen und Soßen.
  • Verschenken. Vielleicht freuen sich die Nachbarn oder Freunde über eine spontane Essenseinladung? In größeren Städten gibt es auch die Möglichkeit, übriggebliebenes Essen über Online-Plattformen wie foodsharing.de anzubieten.

Du siehst: Lebensmittelverschwendung zu reduzieren, ist gar nicht so schwer! Die vielen Gründe, die dafürsprechen, kannst du hier nochmal nachlesen. Auf der ganzen Welt gibt es mittlerweile Menschen, die sich für den nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln einsetzen. Unter dem Leitgedanken „Banking for Food“ unterstützt RaboDirect als Teil der genossenschaftlichen Rabobank solche Initiativen, sowie Unternehmen und Unternehmensgründer im Rahmen von Projekten, die Zeichen gegen die zunehmende Verschwendung von Lebensmitteln setzen. Eines davon ist zum Beispiel die „Waste Factory“ aus Holland, die aus überschüssigen Lebensmittel weiterverarbeitet. Übrig gebliebene Tomaten landen dann zum Beispiel als leckere Tomatensoße wieder in den Supermarktregalen.