POLITIK
09/02/2018 15:44 CET

So begründet Martin Schulz seinen Rückzieher vom Außenamt

"Wir alle machen Politik für die Menschen in diesem Land.”

Xander Heinl via Getty Images
Schulz will auf das Außenministerium verzichten.
  • Martin Schulz zieht seine Bewerbung um das Amt des Außenministers zurück
  • Damit will er Kritik aus der eigenen Partei entgegenwirken

In der SPD überschlagen sich die Ereignisse. SPD-Chef Martin Schulz verzichtet auf das Außenministerium – um ein Ja der Mitglieder für eine große Koalition nicht zu gefährden.

Seinen unerwarteten Schritt begründet Schulz in einer kurzen Mitteilung. 

Durch die Diskussion um seine Person sehe er ein erfolgreiches Votum der SPD-Basis für den Koalitionsvertrag gefährdet, erklärt Schulz darin:

“Daher erkläre ich hiermit meinen Verzicht auf den Eintritt in die Bundesregierung und hoffe gleichzeitig inständig, dass damit die Personaldebatten innerhalb der SPD beendet sind. Wir alle machen Politik für die Menschen in diesem Land.”

Dazu gehöre auch, persönliche Ambitionen hinter die Interessen der Partei zurückzustellen. Schulz warb weiter für ein “Ja” der SPD-Mitglieder zur schwarz-roten Koalition. 

“Der von mir gemeinsam mit der SPD-Parteispitze ausverhandelte Koalitionsvertrag sticht dadurch hervor, dass er in sehr vielen Bereichen das Leben der Menschen verbessern kann”, heißt es in der Erklärung.

Kahrs macht sich für Gabriel stark

Derweil macht sich der Sprecher des konservativen Kreises, Johannes Kahrs, für Sigmar Gabriel als neuen alten Außenminister stark.

“Sigmar Gabriel ist ein sehr guter Außenminister. Sigmar Gabriel sollte Außenminister bleiben. Alles andere würde ich jetzt nicht mehr verstehen”, schrieb Kahrs, am Freitag bei Twitter.

Schulz hatte nach Druck aus den eigenen Reihen auf den Außenamts-Posten verzichtet. Gabriel, der nicht mehr für ein Regierungsamt gehandelt wurde, hatte der Parteiführung zuvor schwere Vorwürfe gemacht.

(mf)