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29/12/2017 16:50 CET

Silvester: Berlin richtet eine Anlaufstelle für Frauen ein

“Nein heißt Nein, und wenn der Täter sich dann nicht weghält, schreiten wir ein.”

Getty Images
Berlin richtet dieses Jahr für seine Silvesterparty eine Anlaufstelle für Frauen ein.

Es soll die größte Silvesterparty des Jahres werden. Hunderttausende Menschen erwarten die Veranstalter des Berliner Neujahrsfest  “Welcome 2018” am Brandenburger Tor. 

Damit das Riesen-Fest nicht für manche Menschen in einer Katastrophe endet, trifft die Stadt strenge Sicherheitsvorkehrungen. So soll es dieses Jahr eine “Women’s Safety Area” geben, einen Sicherheitsbereich für Frauen.

Hilfe für Frauen: Anlaufstellen und Security Points

Auf Wunsch der Polizei können sich Frauen bei für Krisen geschulten Helfern des Deutschen Roten Kreuzes im südlichen Bereich der Ebertstraße Süd oder am Platz des 18. März melden, wenn sie belästigt werden oder sich unwohl fühlen.

“Wir bieten es an, falls jemand den Bedarf haben sollte, sich zu unterhalten”, sagte Veranstaltungssprecherin Anja Marx der Deutschen Presse-Agentur.

Die Belästigung von Frauen in Menschenmassen ist ein Thema, seit es vor zwei Jahren in Köln am Silvesterabend zu schweren Vorfällen kam.

Seitdem werden bei Massenveranstaltungen vermehrt Anlaufstellen für Frauen eingerichtet. So gibt es an Silvester in vielen deutschen Großstädten sogenannte Security Points für Frauen. 

Auf dem Oktoberfest wurde schon 2003 eine Anlaufstelle für Frauen in unterschiedlichsten Notlagen eingerichtet.

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“Nein heißt Nein, und wenn der Täter sich dann nicht weghält, schreiten wir ein”

Die Berliner Polizei betont, dass sich Frauen auch immer an die Polizisten vor Ort wenden könnten, wenn sie sich belästigt fühlen. 

“Nein heißt Nein, und wenn der Täter sich dann nicht weghält, schreiten wir ein”, sagte Berliner Polizeisprecher Thomas Neuendorf.

Polizisten werden in zwei mobilen Wachen in Containern auf dem Festgelände bereit stehen, in der Menge werden Beamte in Uniform und Zivil unterwegs sein.

Raketen sind auf dem Gelände verboten

Obwohl Raketen und Böller auf der Party strengstens untersagt sind, richtet auch die Feuerwehr zwei mobile Wachen an der Festmeile ein. An Unfallhilfsstellen warten 140 Sanitäter.

Eine gute sechsstellige Summe gebe man allein für die Sicherheitsvorkehrungen aus, sagte Marx. Neben dem Festgelände wird auch der umliegende Tiergarten mit doppelten Zäunen abgesperrt, rund 500 Ordner werden im Einsatz sein.

Betonpoller sichern die Zufahrten, Koffer und Rucksäcke müssen draußen bleiben, Taschen werden durchsucht.

Jährlich 500 Verletzte durch Böller und Raketen

Beim vergangenen Silvesterfest mussten die Einsatzkräfte in Berlin 1500 Mal ausrücken, darunter zu mehr als 400 Bränden.

Im Unfallkrankenhaus Berlin stehen deshalb acht OP-Säle über Silvester und Neujahr bereit - drei davon allein für die Chirurgen, die sich um schwerste Handverletzungen kümmern.

Nach Angaben der Klinik landen dort jährlich etwa 50 Menschen mit Feuerwerksverletzungen, schweren Brandwunden oder sind derart verletzt, dass ihnen Gliedmaßen amputiert werden müssen. Insgesamt zählen Berlins Kliniken jährlich rund 500 Verletzte durch Böller und Raketen.

 Mit Material der dpa

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