POLITIK
09/02/2018 14:41 CET

"Schulzzug in den Hochofen": AfD-Politiker sorgt mit Tweet für Eklat

Der AfD-Mann hat sich inzwischen eine Anzeige wegen Volksverhetzung eingehandelt.

dpa / twitter
AfD-Mann Jörg Nobis.
  • Ein AfD-Politiker sorgt mit einem Tweet über Martin Schulz für Empörung
  • Einsichtig zeigt er sich trotz der Kritik nicht

In die Diskussion über die Zukunft von SPD-Chef Martin Schulz hat sich jetzt auch die AfD eingeschaltet – und mit einem Tweet für Schlagzeilen gesorgt. 

So schrieb der AfD-Politiker Jörg Nobis aus Schleswig Holstein auf Twitter: “Genau, ich bin für Neuwahlen: Afd 16% und SPD 16% und Mutti weg... Dann fahren wir gemeinsam den in den Hochofen.” 

Nobis ist Landtagsabgeordneter im nördlichsten Bundesland und Fraktionschef.

Nobis spielt wohl bewusst darauf an, dass sein Tweet so verstanden werden kann, dass Martin Schulz selbst in den Hochofen muss – wo er den Tod finden würde. 

“Politisch völlig inakzeptabel”

Wie der NDR berichtet, hat der Landtagsvizepräsident Rasmus Andresen (Grüne) inzwischen gegen Nobis Strafanzeige wegen Volksverhetzung erstattet.

Dem Schleswig-Holstein Magazin sagte Andresen: “Es ist die Strategie der AfD zu provozieren und die Grenzen zu verschieben, was man sagen darf. Das Ziel der AfD ist es, solche Äußerungen salonfähig zu machen.”

Grünen-Fraktionschefin Eka von Kalben zeigte sich zutiefst schockiert: “Solche Wortbilder sind nicht akzeptabel.”

Auch Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU) verurteilte die Äußerungen des AfD-Fraktionsvorsitzenden: “Die provozierenden Äußerungen des AfD-Abgeordneten Jörg Nobis stellen bewusst gedankliche Verknüpfungen dar, die politisch völlig inakzeptabel sind.” 

“Ekelhafter volksverhetzender Tweet”

Der SPD-Chef von Schleswig-Holstein, Ralf Stegner, twitterte: “Ekelhafter volksverhetzender Tweet des Fraktionsvorsitzenden der Rechtspartei im Landtag Nobis gegen den SPD Vorsitzenden. Wir kennen das. Die juristische Bearbeitung des Vorgangs folgt. Politisch gilt einmal mehr: #NieWiederRechts

Der SPD-Abgeordnete Martin Habersaat schrieb: “Der AfD-Fraktionsvorsitzende Nobis will Martin Schulz ‘in den Hochofen’ fahren”. Solche Äußerungen seien kein Versehen und keine harmlose Provokation. “Sie sind Kern faschistischer Kultur”, betonte Habersaat.

“Der Schulzzug ist endgültig entgleist”

Von Einsicht kann bei Nobis aber keine Rede sein. Er legte auch Twitter sogar nach und schrieb:

“Weder volksverhetzend noch sonst irgendwas Herr @Ralf_Stegner. Der #schulzzug ist endgültig entgleist. Ich habe an Stahlschrott gedacht und der kommt in den Hochofen. Nach dieser #groko bleibt nur noch Schrott übrig.”

Der Deutschen Presse-Agentur sagte Nobis: “Da habe ich weder an die Person Martin Schulz noch an andere Menschen gedacht.” Aus seiner Sicht sei dadurch, dass SPD-Chef Schulz sein Versprechen gebrochen habe, nie in ein Kabinett Merkel zu gehen, der “Schulz-Zug” völlig entgleist.

Damit habe er in dem “Zug” Schrott gesehen. Da er im Ruhrgebiet inmitten von Hochöfen aufgewachsen und dazu noch Ingenieur sei, denke er bei Hochöfen nur an Stahlschmelzen von Schrott, sagte Nobis.

Da habe er gedacht: “Der Schulz-Zug geht dann jetzt in den Hochofen”. Anderes werde da seiner Meinung nach hineininterpretiert.