POLITIK
09/02/2018 13:58 CET | Aktualisiert 09/02/2018 15:33 CET

Martin Schulz verzichtet auf Außenministeramt

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Pacific Press via Getty Images
Unter Druck: Schulz.

Der scheidende SPD-Chef Martin Schulz verzichtet auf das Amt des Außenministers in einer großen Koalition. 

Das ist passiert:

► Schulz erklärte am Freitag schriftlich, er sehe durch die parteiinterne Diskussion um seine Person ein erfolgreiches Votum beim SPD-Mitgliederentscheid über Schwarz-Rot gefährdet.

► “Daher erkläre ich hiermit meinen Verzicht auf den Eintritt in die Bundesregierung und hoffe gleichzeitig inständig, dass damit die Personaldebatten innerhalb der SPD beendet sind.”

► Laut Informationen der “Bild”-Zeitung habe die SPD-Führung den noch amtierenden Parteichef Schulz zu diesem Schritt gedrängt. 

► Der mächtige nordrhein-westfälische Landesverband der Sozialdemokraten hatte laut “Bild” gedroht, Schulz andernfalls zum Verzicht aufzufordern.

Darum ist es wichtig:

Martin Schulz hatte nach der Bundestagswahl erklärt, er werde nicht in ein Kabinett Merkel eintreten.

Nach wochenlangen Gerüchte kam dann nach der GroKo-Einigung am Dienstagmorgen die offizielle Wende:

► Schulz soll im neuen Regierungsbündnis Außenminister werden, den Vorsitz will er an Fraktionschefin Andrea Nahles abgeben.

Schulz Total-Verzicht zeigt: Letztendlich war der Unmut in der SPD gegen den Noch-Chef zu groß. 

Mehr zum Thema: Der Rocky aus Würselen: Das wundersame Comeback des Martin Schulz in der GroKo-Nacht

Was ihr noch wissen müsst:

Die “Bild” zitiert ein Mitglied der inneren Parteiführung ohne Namen mit den Worten:

► “Wenn Schulz nicht freiwillig zurückzieht oder sich überzeugen lässt, werden wir die Mitgliederbefragung mit hoher Wahrscheinlichkeit verlieren.”

Die SPD lässt ihre Mitglieder vom 20. Februar bis zum 2. März über den Koalitionsvertrag mit der Union abstimmen.

Mit Material von dpa.