ELTERN
06/02/2018 15:47 CET | Aktualisiert 06/02/2018 15:47 CET

Arzt verrät: Diesen einen Satz sagen sterbende Kinder am häufigsten

"Wir sollten mehr auf den Rat dieser weisen Kinder hören."

Umkehrer via Getty Images
Viele hätten sich gewünscht, dass sie weniger Zeit damit verbracht hätten, sich zu sorgen, was andere von ihnen denken.
  • Ein Kinderarzt schreibt auf Twitter, was todkranke Kinder am meisten am Leben genießen
  • Eine Sache trifft auf jedes Kind zu: Sie alle lieben Eis

Hey, hast du heute schon bitterlich geweint?

Nein? Okay, dann helfen wir dir mit dieser Tweet-Reihe von einem südafrikanischen Arzt. Er fragte seine todkranken Patienten – Kinder, um genau zu sein – was wirklich wichtig ist im Leben.

“Kinder können weise sein”, postete Alastair McAlpine, ein Kinderarzt aus Cape Town vergangenen Donnerstag auf Twitter.

Keine Streitereien und Kein Facebook

“Ich habe mir eine Aufgabe gestellt und einige meiner sterbenskranken Patienten gefragt, was ihnen im Leben Freude und Bedeutung bereitet hat”, schrieb der Arzt auf Twitter.

In erster Linie habe keines der unheilbar kranken Kinder gesagt, dass es gerne mehr Zeit mit Fernsehen oder Facebook verbracht hätte, schrieb McAlpine.

Auch hätte keines von ihnen Spaß daran, mit anderen zu streiten oder im Krankenhaus zu sein. Und viele hätten sich gewünscht, dass sie weniger Zeit damit verbracht hätten, sich zu sorgen, was andere von ihnen denken.

Es sind die einfachen Dinge 

Und was hat den Kindern Freude bereitet in ihrem Leben? Ihre Haustiere, der Strand, Geschichten (besonders wenn sie von ihren Eltern vorgelesen wurden), Lachen, Spielzeug, Zeit mit der Familie und Freundlichkeit, zählte der Kinderarzt in weiteren Tweets auf. Dazu schrieb er jeweils kurze Zitate von verschiedenen Kindern.

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Viele der Kinder erzählten McAlpine, was ihnen am meisten bedeutet – und es waren viele unterschiedliche Dinge dabei.

Aber eine einzige Sache hätte jedes Kind gesagt: “Sie ALLE lieben Eis.”

Die todkranken Kinder hätten auch häufig erzählt, dass sie sich Sorgen um ihre Eltern machen – besonders, wie die ohne sie zurecht kommen werden.

Von Kindern lernen

“Wir sollten mehr auf den Rat dieser weisen Kinder hören”, bekräftigte der Arzt.

“Sei gütig. Lies mehr Bücher. Verbringe Zeit mit deine Familie. Reiß einen Witz. Geh an den Strand. Umarme deinen Hund. Sag dieser wichtigen Person in deinem Leben, dass du sie liebst”, schreibt der Arzt.

“Das haben sich die Kinder gewünscht – das hätten sie gerne öfter gemacht. Der Rest ist zu detailliert.” Und der wichtigste Hinweis von McAlipine: “Oh… und Eiscreme essen.”

 

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Der Tweet geht um die Welt

Die Tweets von McAlpine haben viele Menschen auf der ganzen Welt berührt. Inzwischen haben 154.000 Menschen den ersten Tweet der Reihe geliket und der Tweet wurde über 97.000 Mal kommentiert.

Auch die kanadische Frauenärztin und Geburtshelferin Jennifer Gunter möchte jetzt ihr Leben mit ihren Kindern ändern:

“Das war wunderschön. Sie machen Unglaubliches”, kommentierte sie unter den Tweets. “Es hat mich sehr bewegt – und ich werde in Zukunft mehr Eis für meine Kinder kaufen. Ich werde ihnen wieder vorlesen – sie sind 14, aber das werden sie aushalten!”.

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Menschen sind nicht auf sterbende Kinder vorbereitet

Die Kinder, mit denen der südafrikanische Kinderarzt sprach, waren zwischen vier und neun, erzählte er dem Nachrichtensender “BBC”. Nachdem McAlpine feststellte, dass die meisten Menschen nicht mit sterbenden Kindern umgehen können, beschloss er, eine Ausbildung im Bereich Palliativmedizin für Kinder zu machen, wie er gegenüber “BBC” sagte.

“Ich darf diese außergewöhnlichen Kinder und Familien kennen lernen, das ist der beste Teil meins Jobs. Ich gehe einen besonderen Weg mit ihnen”, erklärte der Arzt.

“So schrecklich es ist, wenn ein Kind stirbt – eine der besten Belohnungen ist ein würdevoller und schmerzloser Tod. Wenn ich das Leben der Kinder auch nur ein bisschen besser machen kann, ist es das wert. Das hilft mir dabei, weiterzumachen.”

Dieser Artikel erschien zuerst bei der kanadischen Ausgabe der HuffPost und wurde von Martina Zink übersetzt.

(ks)