POLITIK
01/01/2018 21:45 CET | Aktualisiert 02/01/2018 08:09 CET

ARD-Moderator Restle hält die Neujahrsansprache, die Deutschland gebraucht hat

"Nationalismus bedeutet immer Krieg."

  • “Monitor”-Moderator Georg Restle hat in seinem Jahresrückblick die Rückkehr des Nationalismus kritisiert
  • Im kommendem Jahr sei eine besondere Wachsamkeit gefragt, mahnte er
  • Restle ist bekannt für klare Worte, wie auch sein Kommentar zur Flüchtlingspolitik der Bundesregierung im Video oben zeigt

Es ist keine einfache Zeit für Deutschland.

Selten stand die Bundesrepublik zu Beginn eines neues Kalenderjahres vor so enormen politischen Herausforderungen. Die von Bundeskanzlerin Angela Merkel versprochene “schnelle Regierungsbildung” würde drohen, eine zähe Hängepartie zu werden  – wenn sie das nicht schon längst wäre.

Und überall auf der Welt bereiten gesellschaftliche und politische Konflikte anhaltenden Grund zur Sorge. 

Georg Restle, Moderator des ARD-Politmagazins “Monitor” mahnte deshalb an diesem Montag in seinem Rückblick auf das vergangene Jahr zur besonderen Wachsamkeit im neuen Jahr.

“Dieses Jahr”, betonte Restle mit Blick auf das Jahr 2017, werde in die Geschichte eingehen, “als das Jahr, in dem der Nationalismus wieder sein hässliches Haupt erhoben hat”.

Restle: “Nationalismus bedeutet immer Krieg”

Restle erinnerte an die großen Katastrophen des 20. Jahrhunderts: “Im nächsten Jahr liegt das Ende des Ersten Weltkriegs 100 Jahre zurück. Ein Krieg, dessen Feuer sich aus der Glut eines europaweiten Nationalismus speiste.”

Gerade Österreich, wo Rechtspopulisten im Jahr 2017 in die Regierung eintraten, Deutschland, wo die AfD in den Bundestag einzog, und Frankreich, wo die Rechtsradikale Marine Le Pen fast zur Präsidentin gewählt worden wäre, müssten wissen, “dass Nationalismus immer Krieg bedeutet”, erklärte der ARD-Mann.

Der Moderator mahnte, sich an die Worte von Kaiser Wilhelm II. zu erinnern, der mit seinem Aufruf zu Beginn des Ersten Weltkriegs ganz Europa ins Verderben geführt hätte.

Nun würden Populisten wieder von der “Bedrohung der deutschen Identität schwafeln”, kritisierte Restle.

Er appellierte an die Zuschauer: “Wir sollten all denen (...) deutlich machen, dass wir an ihrem Kriegsgeschrei keinerlei Interesse haben.”

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