WIRTSCHAFT
14/12/2017 21:18 CET | Aktualisiert 15/12/2017 08:18 CET

Top-News To Go: EU verlängert Sanktionen gegen Putin – der zeigt sich unbeeindruckt

Ob das im Ukraine-Konflikt eine Wende herbeiführen kann, bleibt zu bezweifeln.

Sergei Karpukhin / Reuters
Putin bei seiner Weltpressekonferenz: Der Präsident gab sich selbstbewusst wie eh und je. 

Die EU hat die Wirtschaftssanktionen gegen Russland abermals verlängert. Grund sind die unzureichenden Fortschritte im Friedensprozess für die Ukraine.

Das ist passiert:

► Die Staats- und Regierungschefs der EU einigten sich am Donnerstagabend in Brüssel auf den Schritt, um den Druck auf Präsident Wladimir Putin zu erhöhen.

► Die EU hatte die Sanktionen trotz Milliardenverlusten für heimische Unternehmen zuletzt im vergangenen Sommer bis zum 31. Januar 2018 verlängert.

► Sie sollen nun weitere sechs Monate gelten.

Darum ist es wichtig: 

Experten gehen nach Angaben von Diplomaten davon aus, dass die Sanktionen Russland bereits einen dreistelligen Milliarden-Betrag gekostet haben. Doch auch die europäische Konjunktur wird in Mitleidenschaft gezogen.

Mit der Koppelung der Sanktionen an den Friedensplan wollen die EU-Staaten den russischen Präsidenten Wladimir Putin dazu bewegen, seinen Einfluss auf die prorussischen Separatisten in der Ostukraine stärker für eine Beilegung des Konfliktes zu nutzen.

Mehr zum Thema: Vorwurf des “Umsturzversuchs”: Warum die Lage in der Ukraine derzeit wieder eskaliert

Moskau hält die Strafmaßnahmen für ungerechtfertigt und hat im Gegenzug Einfuhrverbote für westliche Agrarprodukte wie Obst und Fleisch verhängt.

Was ihr noch wissen solltet:  

Deutschland trägt die Hautplast der Wirtschaftssanktionen. Das zeigt eine Untersuchung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW).

Die Wissenschaftler kommen zum Ergebnis, dass die deutschen Exporte im Durchschnitt um rund 727 Millionen Dollar (618 Millionen Euro) pro Monat niedriger sind, als sie es ohne Sanktionen wären. Besonders Unternehmen im Osten Deutschlands klagen über Verluste.

Der russische Präsident Putin zeigte sich am Donnerstag (wohlgemerkt vor der Entscheidung) unbeeindruckt. Er erklärte auf einer internationalen Pressekonferenz, sein Land sei “stärker als je zuvor”.

(jg)

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