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23/01/2018 15:42 CET | Aktualisiert 23/01/2018 16:50 CET

Universität Oxford gibt Mathe-Studentinnen mehr Zeit für Klausuren

Viele Frauen wissen nicht recht, was sie davon halten sollen.

lisapics via Getty Images
Mathe-Studentinnen an der Oxford University bekommen mehr Zeit für ihre Klausuren, als ihre männlichen Kommilitonen.
  • Mathe-Studentinnen an der Oxford University bekommen mehr Zeit für ihre Klausuren als ihre männlichen Kommilitonen
  • Die Entscheidung stößt bei Feministen auf Unverständnis

Wer schon einmal eine Mathematik-Vorlesung besucht hat, weiß: Frauen sind in diesen Hörsälen meistens in der Unterzahl.

Auch in den anderen sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) ist der weibliche Anteil der Studentenschaft meist geringer, als der männliche (auch wenn er seit einigen Jahren ansteigt).

Das will die Universität von Oxford ändern – und greift dafür zu einer drastischen Maßnahme: Während der letzten Prüfungsphase im Sommer 2017 bekamen weibliche Studentinnen 15 Minuten mehr Zeit für ihre Klausuren. Die Maßnahme soll mehr Frauen dazu bewegen, Naturwissenschaften zu studieren.

“Frauen schneiden unter Zeitdruck tendenziell schlechter ab”, begründeten die Dozenten die Entscheidung.

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Feministen äußern Bedenken

Laut Medienberichten begrüßen einige Studentinnen die Entscheidung. Andere wissen nicht so recht, was sie davon halten sollen.

“Ich finde es nicht gut, wenn man ein Geschlecht bevorzugt behandelt”, sagt Antonia Siu von der Fachschaft Oxford Women in Computer Science dem “Telegraph”.

Auf Twitter stößt die Entscheidung ebenfalls auf Unverständnis.

“Wenn wir als Ebenbürtige behandelt werden wollen, müssen wir uns unter gleichen Bedingungen bewähren” findet Userin Samantha. Die Entscheidung der Universität fände sie darum “ein wenig sexistisch”.  

Auch die Joyce Frankland Society, eine feministische Studentengruppe der Colleges von Cambridge, äußerte Bedenken.

“Ob das Frauen wirklich dabei hilft, bessere Note zu bekommen? Studien belegen, dass sie schlechter abschneiden, weil von ihnen erwartet wird, dass sie schlechter abschneiden”, twitterte sie.

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(ks)