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08/02/2018 15:56 CET | Aktualisiert 08/02/2018 15:59 CET

Österreichische Ermittler sicher: Neue Hoffnung im Fall Maddie McCann

Das Mädchen wird seit 2007 vermisst.

  • Österreichische Ermittler wollen die Suche nach Maddie McCann neu aufrollen
  • Oben im Video: Ein Ex-Polizist hat eine Vermutung, wo sich Maddie McCann befinden könnte

Seit mehr als zehn Jahren suchen Kate und Gerald McCann nach ihrem Kind: Die damals dreijährige Maddie verschwand aus der Ferienwohnung in dem portugiesischen Ferienort Praia da Luz und wird seither vermisst. 

“Cold Case”-Ermittler aus Österreich wollen den Fall jetzt mithilfe neuester Methoden und aktuellster Technik wieder aufrollen.

Das berichtet die österreichische “Kronen”-Zeitung.

Chefermittler Kurt Linzer und sein Team haben bereits Erfahrungen mit komplizierten Kriminalfällen.

Alte Fälle werden neu aufgerollt

Das Team untersucht Vermissten- und Todesfälle neu, die aufgrund von mangelnden Spuren eingestellt wurden. Wie die Zeitung schreibt, sollen viele Länder dem Beispiel von Linzer und seinem Team folgen.

Das Ziel: ein europaweites Fahndernetz, das zusammenarbeitet. Mehrere “offene Akten” soll das Team aus Österreich bereits erfolgreich gelöst haben. 

► Jetzt wollen sich die Ermittler dem Fall Maddie McCann annehmen.

Mehr zum Thema: Maddies Nanny bricht ihr Schweigen und verrät, was in der Nacht des Verschwindens wirklich passiert ist

Es gibt auch schon konkrete Pläne, wie die Arbeit aussehen soll: Laut Linzer erinnere Maddies Geschichte an den Fall von Natascha Kampusch. 

Die damals zehnjährige Österreicherin wurde in Wien von dem Arbeitslosen Wolfgang Priklopil entführt und über acht Jahre lang gefangen gehalten. Kampusch schaffte es, sich zu befreien.

Das “Cold Case”-Team hat sich mit diesem Fall intensiv auseinandergesetzt. Linzer sagt: 

“Die große Hoffnung: Vielleicht führen unsere dazu gesammelten Erfahrungen zu neuen Ermittlungsansätzen bei der Suche nach dem Mädchen.”

Der Chefermittler wisse, dass die Überprüfung von Fällen nach mehreren Jahren ganz andere und neue Erkenntnisse liefern würde.

“Alles ist anders. Wir haben die Möglichkeit, uns modernster Techniken zu bedienen.”

Ein Problem erschwert die Arbeit

Linzer und sein Team sind optimistisch. Dennoch steht das Team bei seiner Arbeit vor einem großen Problem. Es gibt bisher zu wenige “Cold Case”-Einheiten, mit denen sich das Team austauschen könnte.

Der Chefermittler erzählt:

“Obwohl enge Kooperationen mit Europol bestehen, haben wir wenige Möglichkeiten zum Gedankenaustausch mit Kollegen, die denselben Beruf ausüben wie wir.”

Das Team möchte versuchen, das Rätsel um Maddie McCanns Verschwinden zu lösen. Denn nicht zu wissen, was mit dem eigenen Kind passiert ist, sei für Eltern besonders schlimm, sagt Linzer. “Nichts ist quälender als Ungewissheit.” 

 

(lm)