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15/12/2017 18:38 CET

Eine einfache Idee soll Obdachlosen in Berlin die Würde zurückgeben

Obdachlose haben kaum Gelegenheit, sich um Hygiene zu kümmern. Das führt oft zu Erkrankungen.

olaser via Getty Images
  • In Deutschen Großstädten gibt es immer mehr Obdachlose
  • Wegen mangelnder Körperpflege leiden sie oft unter Krankheiten
  • Ein Projekt in Berlin zeigt nun, wie ihnen mit einer simplen Idee geholfen werden kann

 

Der Verband für Wohnsitzlose geht davon aus, dass 400.000 Menschen in Deutschland ohne festes Dach über dem Kopf leben. Die Schwierigkeiten, die diese Menschen im Alltag haben, sind nur schwer vorstellbar. Viele werden allein schon deshalb ausgegrenzt, weil andere sich vor ihnen ekeln.

Denn Obdachlose haben kaum Gelegenheit, sich um ihre Körperhygiene zu kümmern und riechen übel. Was viele nicht wissen: Die fehlende Hygiene ist weit mehr als nur unangenehm für Passanten. Sie führt oft zu Erkrankungen, unter denen die Obdachlosen leiden.

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In Berlin gelten etwa 17.000 Menschen als wohnungslos. Die Hauptstadt hält mit dieser Zahl einen traurigen Rekord in Deutschland. Um diesen Menschen ein Stück Würde zurückzugeben, soll nun das Hilfsangebot für Wohnungslose ausgeweitet werden – mit einer einfachen, aber genialen Idee:

Duschbus - verbesserte Versorgung für Obdachlose

Wie die “Berliner Morgenpost” berichtet, soll es ab 2018 neben einer Krankenstation und einer verbesserten Versorgung auch ein “Duschbus” geben, der durch die Stadt rollt. Dort sollen Obdachlose Gelegenheit für eine warme Dusche und Körperpflege bekommen.

Wie die sozialpolitische Sprecherin der Grünen, Fatoş Topaç, der “Berliner Morgenpost” sagte, solle der Bus aber auch ein Angebot sein, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.

Die Idee selbst stammt aus den USA. In San Francisco beispielsweise hat man bereits seit Jahren positive Erfahrung mit dem Konzept. Dort hat ein privater Verein im Jahr 2013 ausgemusterte Linienbusse zu “mobilen Duscheinheiten” umgebaut.

Tiefe Dankbarkeit der Menschen auf der Straße

Die Gründerin des Vereins, Doniece Sandoval zeigt sich mehr als zufrieden mit ihrem Projekt. Dem Sender “CNN” berichtete sie von den Reaktionen der Obdachlosen:

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“Manche weinten, als sie aus der Dusche kamen, andere waren völlig euphorisch und manche umarmten uns. Es ist unglaublich und lässt einen demütig werden, diese tiefe Dankbarkeit für etwas zu erfahren, was eigentlich ein Menschenrecht sein sollte.”

Wie genau der Berliner Duschbus aussehen soll, ist laut Morgenpost noch unklar. Sicher ist jedoch, dass er für viele Menschen ein neuer Anlaufpunkt und eine echte Verbesserung ihrer Lebenssituation sein wird.