POLITIK
14/02/2018 13:30 CET | Aktualisiert 14/02/2018 15:13 CET

Frankfurt: Probleme mit dem Vermieter – Strom in Obdachlosenhilfe abgedreht

450 bedürftige Stammkunden zählen auf die Einrichtung.

  • Die “Teestube Jona” in Frankfurt bietet Obdachlosen Beratung, eine Essensmöglichkeit und einen Ort zum Aufwärmen
  • Jetzt stellte ein neuer Hausbesitzer dem Café Strom und Wasser ab 
  • Im Video oben: Vermieter stellt das Warmwasser ab – Mieter revanchiert sich mit bissigem Aushang im Hausflur

Momentan suchen wohl viele Obdachlose in Frankfurt Schutz vor der Winterkälte. Ein kleines Café im Bahnhofsviertel bietet ihnen dabei Zuflucht: die “Teestube Jona”.

Sie zählt zu den ältesten Einrichtungen für Menschen in schwierigen Lebenssituationen im Viertel. Doch schon bald wird es das Obdachlosencafé dort nicht mehr geben. 

Wie das Stadtmagazin “Journal Frankfurt” berichtet, wurde das Haus, in dem die Teestube ihre Räumlichkeiten hat, verkauft. Der neue Besitzer wolle das Haus jetzt komplett sanieren, heißt es dort. Die Teestube müsse umziehen. 

Wenn keine Heizung mehr funktioniert, wird es ungemütlich

Bis November dieses Jahres hätte das Obdachlosencafé dafür eigentlich noch Zeit – doch es macht den Anschein, als wolle der Vermieter die Obdachlosen jetzt schon vor die Türe setzen. 

Denn im Haus wurden Strom und Wasser abgestellt. “Derzeit ist es wirklich nicht einfach”, sagt Nadine Müller, Sozialarbeiterin in der Teestube dem “Journal Frankfurt”. 

Mehr zum Thema: Wie ein Hamburger Vater mit seinem Sohn gegen die Obdachlosigkeit ankämpft

Schließlich zählen 450 bedürftige Stammkunden auf das Café. Dort gibt es für sie laut der Website nicht nur Mahlzeiten und einen warmen Treffpunkt, sondern auch ein Beratungsangebot, Spielenachmittage und eine Kochgelegenheit

Wenn keine Heizung mehr funktioniert, wird es dabei jedoch richtig ungemütlich. 

Der Hausbesitzer gibt sich ahnungslos 

Der Hausbesitzer gibt sich laut dem “Journal Frankfurt” ahnungslos über die Missstände. “Ich erfahre erst durch Ihren Anruf davon”, sagt einer der Geschäftsführer des Bauunternehmens auf Anfrage des Stadtmagazins. 

Die Mitarbeiter der Teestube geben die Situation gegenüber dem “Journal Frankfurt” etwas anders wieder. Sie hätten die Kommunikation mit dem Hausherren versucht, diese sei aber schwierig.

Ob dieses die Probleme der Teestube mittlerweile in die Hand genommen hat, konnte die HuffPost nicht in Erfahrung bringen. Auf Fragen wollte der  Verein, dem die Teestube untersteht, nicht eingehen – um weiteren Problemen mit dem Vermieter aus dem Weg zu gehen. 

Bisweilen bleibt also zu hoffen, dass der Betrieb in der “Teestube Jona” bald wieder ungestört weiter laufen kann – bis sie auszieht und ihre neuen Räumlichkeiten beziehen kann.

Wenn ihr die Teestube unterstützen wollt, könnt ihr das hier tun.

(tb)