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02/02/2018 17:57 CET | Aktualisiert 02/02/2018 18:00 CET

So bekommt eines der größten Kreuzfahrtschiffe der Welt seinen Anstrich

Die bemalte Fläche ist 2.600 Quadratmeter groß.

  • Die HuffPost begleitet den Bau eines der größten Kreuzfahrtschiffe der Welt von der Planung bis zur Jungfernfahrt
  • Dieses Mal sehen wir uns an, wie so ein riesiger Luxus-Liner bemalt wird
  • Im Video oben seht ihr, wie die “Norwegian Bliss” Farbe bekommt

Kreuzfahrten boomen. 2,5 Millionen Deutsche machten 2016 Urlaub auf einem Luxus-Schiff. 2010 waren es noch knapp 1,7 Millionen, zeigen Zahlen des Deutschen Reiseverbandes. Weltweit gab es 2017 26 Millionen Kreuzfahrtpassagiere.

So wie die Buchungszahlen steigen, überbieten sich die Reedereien auch im Bau neuer schwimmender Hotels. 29 Schiffe nehmen in diesem Jahr ihren Dienst auf. Eins größer als das andere. Und auch teurer.

Die HuffPost begleitet den Bau eines der größten Kreuzfahrtschiffe weltweit. Die “Norwegian Bliss” wird gerade in der Meyer Werft bei Papenburg fertiggestellt. Sie ist 20 Stockwerke hoch und 324 Meter lang. 4000 Passagiere haben Platz an Bord, 1700 Crewmitglieder. Kosten: schätzungsweise 650 Millionen Euro.

Bemalungsprozess in drei Schritten

Dieses Mal sehen wir uns an, wie so ein Luxus-Liner bemalt wird. Das Design der “Bliss” ist eine Spezialanfertigung des amerikanischen Künstlers Robert Wyland. 

In drei Schritten kommt das Motiv auf das Schiff: Eine Software skaliert die Zeichnungen des Künstlers und rechnet sie auf die Größe des Schiffes hoch. Mit einem Laser wird das Motiv an das Schiff projiziert.

“Dabei arbeiten wir mit einem Laser-Projektionssystem. Das kann man sich wie ein Beamer vorstellen, der die Linien auf die Außenhaut des Schiffes projiziert” sagt Jörg Drebber, bei der Meyer Werft verantwortlich für die Vermessung des Motivs. 

Im zweiten Schritt werden die Konturen aufgezeichnet, anschließend einzelne Flächen abgeklebt. Dafür benötigten die Maler insgesamt 120 Kilometer Klebeband.

“Malen nach Zahlen”

Der Anstrich selbst schließlich folgt dann einem einfachen Prinzip: Malen nach Zahlen. “Mithilfe der Pläne zeichnen wir Farbnummern auf und wissen so, welche Farbe wo hin muss”, sagt Reinhard Lind, zuständig für die Lackierung des Schiffes. “Alle Flächen werden einzeln ausgemalt. Man muss sich das wie ein großes Malbuch vorstellen.”

Zehn Mitarbeiter haben gepinselt und gewalzt. 2000 Liter Farbe und 1000 Pinsel und Walzen haben sie verbraucht. Vier Monate hat es gedauert, bis eine Fläche von 2.600 Quadratmetern nicht mehr weiß war. 

(jds)