POLITIK
05/02/2018 16:08 CET | Aktualisiert 05/02/2018 16:14 CET

Neue Studie zeigt, wie schlecht es um die deutsche Pflege steht

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sturti via Getty Images
Viele Pfleger in Deutschland sind unzufrieden.

Das “OP-Barometer 2017” der Frankfurt University of Applied Sciences zeigt: Personalknappheit, schlechte Organisation und Defizite in der Unternehmenskultur belasten die Pflege-Teams in den Operationssälen deutscher Krankenhäuser.

Das ist passiert:  

► Nur 61 Prozent der befragten Pflegerinnen und Pfleger sind mit ihrem Arbeitsplatz zufrieden; 2011 waren es noch 71 Prozent. Befragt wurden rund 1950 Pflegekräfte in Krankenhäusern.

► Fast die Hälfte der Befragten gab an, “dass aus ihrer Sicht die Gefährdung der Patientinnen und Patienten in den letzten zwei Jahren zugenommen hat”.

► Besonders unzufrieden sind die OP- und Anästhesie-Pflegekräfte in großen Kliniken. Als Gründe wurden genannt: zu wenig Pflegepersonal, eine hohe Krankenquote, häufige personelle Wechsel und Mobbing.

Darum ist es wichtig: 

Das wohl dringendste Problem in der Krankenpflege ist weiterhin der Personalnotstand. Laut dem Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung (DIP) werden in den kommenden vier Jahren 100.000 zusätzliche Pflegekräfte benötigt. 

Mehr zum Thema: Situation in Heimen spitzt sich zu – doch in Berlin passiert wenig

Besonders in Operationssälen können Personal-Engpässe gefährlich werden.

“Der OP-Saal ist der Motor eines Krankenhauses. Wenn dieser stottert, dann bedeutet es eine Gefährdung für die gesamte Einrichtung”, sagte Thomas Busse, Direktor des Zentrums für Gesundheitswirtschaft und -recht.

Das müsst ihr noch wissen: 

Die Große Koalition will in den kommenden vier Jahren 8000 neue Pflegefachkraftstellen in Heimen schaffen. Tarifverträge sollen in Zukunft flächendeckend gelten und so das Gehaltsniveau des Pflegeberufs erhöhen. Experten kritisieren aber, dass die Maßnahmen bei weitem nicht ausreichen. 

(ben)