LIFESTYLE
13/02/2018 15:27 CET | Aktualisiert 14/02/2018 13:06 CET

Mann sieht 188 Serienfolgen in einer Woche – dann macht sich sogar Netflix Sorgen

Er bekam angeblich eine Email vom Streaming-Anbieter.

  • Ein Reddit-Nutzer berichtet von einer Email, die Netflix ihm geschickt haben soll
  • Die Nachricht sei gekommen, als er während einer depressiven Phase 188 Folgen seiner Lieblingsserie in einer Woche geschaut hatte
  • Im Video oben: Das Gefühl der Gefühllosigkeit – “Wie fühlt sich eine Depression eigentlich an?”

Nicht nur wir schauen Netflix. Netflix schaut sich auch uns Nutzer an.

Die Geschichte eines Netflix-Süchtigen zeigt, dass der Anbieter sich offenbar sehr für die Aktivitäten seiner Abonnenten interessiert. Und sich manchmal sogar darum sorgt.

Das US-Portal “Pizzabottle” entdeckte kürzlich den Beitrag eines Mannes auf der Plattform Reddit. Darin beschreibt dieser, wie Netflix zu ihm Kontakt herstellte.

“Ich wusste, ein fremder Mitarbeiter sorgt sich um mich”

Er habe Depressionen, schreibt der Mann auf reddit. In den Universitäts-Ferien habe er vor drei Jahren für einige Wochen eine schwere depressive Phase gehabt – und alle Staffeln der Serie “The Office” in fünf bis zehn Tagen geschaut. “The Office” besteht aus 188 Episoden.  

Dann habe er eine Email von Netflix erhalten:

► “Sie hatten bemerkt, dass mein Account seit mehr als einer Woche nonstop aktiviert war. Sie wollten sichergehen, dass es mir gut geht.”

In der Email habe auch gestanden, dass sich sein Netflix-Verhalten auffällig verändert habe.

Der Mann fügt hinzu: “Ehrlich gesagt, habe ich mich dann besser gefühlt. Weil ich wusste, dass jemand, und wenn es nur ein fremder Mitarbeiter einer Kundenservice-Agentur war, sich um meine mentale Gesundheit kümmerte.

Mittlerweile gehe es ihm besser. “Ich habe gelernt, dass wir nicht versuchen sollten, das Monster zu besiegen. Sondern lernen, damit zu leben”, schreibt der Mann auf Reddit. 

Überwachung: Gut oder übel?

Netflix überwacht also offenbar seine Zuschauer. In diesem Fall hatte die Kontrolle eine gute Absicht – und positive Folgen.

Der Streaming-Anbieter hat sich auf Twitter auch schon einen Shitstorm eingefangen, als die Firma in einem Tweet andeutete, genaustens über das Verhalten ihrer Nutzer Bescheid zu wissen.

“An die 53 Personen, die ‘A Christmas Prince’ die vergangenen 18 Tage angeschaut haben: Wer hat euch so verletzt?”, hieß es im vergangenen Jahr auf dem offiziellen Twitter-Account von Netflix.

TV-Journalistin Amanda Bell konterte: “Warum stellt ihr die Leute in dieser Art und Weise bloß?”

► In den USA veranlasste die Geschichte des Reddit-Nutzers Netflix jedenfalls dazu, ein Statement zu veröffentlichen: 

Netflix kontaktiert seine Mitglieder nicht, um zu überprüfen, ob es ihnen aufgrund ihrer Sehgewohnheiten noch gut geht. Gelegentlich senden wir E-Mails an unsere Mitglieder, um Empfehlungen für Serien und Filme zu teilen.

Dieser Artikel erschient zuerst bei der französischen Ausgabe der HuffPost und wurde von Leonhard Landes übersetzt und editiert.

(jg)