POLITIK
18/01/2018 15:42 CET | Aktualisiert 19/01/2018 11:33 CET

"Die Zeit": Merkel-Vertrauter spricht von politischem Ende der Kanzlerin

Die Suche nach einem Nachfolger hat begonnen.

  • Nach der desaströsen Bundestagswahl und dem Jamaika-Aus gilt Kanzlerin Merkel als geschwächt

  • Offenbar macht sich die CDU bereits auf die Suche nach einem Nachfolger

  • Im Video oben: Auch Altkanzler Schröder hatte ihr bereits Politikversagen vorgeworfen

Es ist eine Szene wie aus einem Polit-Krimi.

Die Wochenzeitung “Die Zeit” beschreibt in ihrer aktuellen Ausgabe den unaufhaltsamen Machtverlust von Kanzlerin Angela Merkel (CDU)

Kronzeuge des Berichts ist ein “hochrangiges Kabinettsmitglied”, das die Autoren außerhalb Berlins getroffen haben, heißt es.

Der Politiker möchte anonym bleiben - nur so viel weiß man über ihn: “Diese Person gilt als Weggefährte, sie hat Merkels Entscheidung und ihre Politik immer unterstützt.” Auch in Hintergrundgesprächen, heißt es.

“Die Suche nach einem Nachfolger hat begonnen”

Die “Zeit”-Reporter könnten also mit Kanzleramts- und Finanzminister Peter Altmaier, Innenminister Thomas de Maizière, Gesundheitsminister Hermann Gröhe gesprochen haben - oder auch mit jedem anderen Bundesminister der Union. 

Wir werden es wohl nie erfahren. 

Dafür erfahren die Leser etwas über den Stand der Kanzlerin in ihrem engsten Zirkel. Der Politiker sagte den Reportern laut “Zeit”:

► Besser als die nächste große Koalition sei eine CDU/CSU-Minderheitsregierung, weil man sich dann nicht weiter durchwursteln könne.

► Merkels Regierungsmethode sei an ein Ende gekommen.

► In der CDU habe die Ausschau nach Nachfolgern begonnen. Die Kandidaten begännen, sich zu positionieren.

Es ist das erste Mal, dass sich ein Merkel-Vertrauter kritisch zur Nachfolge äußert. Die Diskussion gilt als Tabu, weil sie die Amtsinhaberin vermeintlich schwächt.

Die CDU kommt um die Debatte nicht herum

Dabei kommt die CDU um diese Debatte nicht mehr herum. Mit der desaströsen Bundestagswahl und dem Jamaika-Aus hat die Kanzlerin spürbar an Macht verloren.

Merkels politisches Ende könnte deswegen schneller kommen, als der Partei lieb ist - es wäre eine weitere Niederlage für die Kanzlerin, sollten die Sozialdemokraten am Sonntag gegen die Große Koalition stimmen.

(ben)